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Flath will freie Schulen stärken Drucken E-Mail
Mittwoch, den 21. Dezember 2005 um 01:00 Uhr

Dresden. Mehr Möglichkeiten für freie Schulen, aber Einbußen für freie Berufsschulen: Diese Politik verfolgt das neue Privatschulgesetz, das gestern vom Kabinett nach internem Streit zur Anhörung freigegeben wurde. Einer der Knackpunkte: Die Wartefrist, bis der Freistaat Zuschüsse zahlt, wird von vier auf drei Jahre reduziert. 2001 war sie noch von zwei auf vier Jahre angehoben worden, was die Träger freier Schulen massiv bekämpften. Zudem soll das Schulgeld der Eltern nicht mehr auf die Zuschüsse angerechnet werden. Flath will damit die freien Schulen stärken. Sie seien „Motor für Bildungsreformen“, hätten oft eine „Vorbildfunktion“ für staatliche Schulen und seien eine „unverzichtbare Bereicherung der Bildungslandschaft“, lobte der Minister. Die Zahl der Schüler an Privatschulen stieg seit 1992 von 4400 auf 58 500. Heute besucht mehr als jeder Zehnte der sächsischen Schüler eine der 295 Privatschulen.

Den Löwenanteil mit allein 43 000 jungen Leuten machen allerdings die Berufsschulen aus. Darunter sind viele Anbieter, die statt des dualen Ausbildungsweges eine rein schulische Lehre anbieten. Dem Freistaat laufe die finanzielle Unterstützung bereits aus dem Ruder, sagte Flath.
2006 zahle der Freistaat 200 Millionen Euro an Zuschüssen. Einige Anbieter müssten mit erheblichen Einbußen rechnen. Flath will zudem verhindern, dass freie Schulen gerade an jenen Standorten entstehen, wo zuletzt eine staatliche Schule geschlossen wurde —wie bereits an 38 Orten geschehen. „Das ist kein pädagogisches Konzept“, sagte Flath. Kommunen dürften daher nicht Träger freier Schulen sein.
Die Grünen kritisierten indes die fehlende Erhöhung der Gelder für freie Schulen, „Damit bleibt deren Unterfinanzierung bestehen.“ Auch die Verringerung der Wartefrist entspanne die finanzielle Lage kaum.

Quelle: Oschatzer Allgemeine Zeitung 21.12.2005