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Dienstag, den 08. November 2005 um 01:00 Uhr

Schulgründung in Naundorf

Ostrau/Naundorf (mae/JM). Die Mittelschule in Ostrau bekommt weitere Konkurrenz. Wenn alles nach Plan läuft, zieht im kommenden Schuljahr die Evangelische Werkschule in das Gebäude der Naundorfer Mittelschule ein, die dann geschlossen wird. Zehn Kinder sind bereits angemeldet.
„Eine fünfte Klasse mit maximal 25 Schülern ist unser Ziel“, sagt Elisabeth Däbritz aus Naundorf, Vorstandsmitglied im Evangelischen Werkschulverein. Neben den zehn Anmeldungen hat sie weitere mündliche Zusagen von Eltern erhalten, ihre Kinder in der Werkschule anzumelden. Diese soll die Kinder zum Haupt- und Realschulabschluss führen.

Gunhild Schmidt vom Förderverein der Ostrauer Mittelschule sieht die Entwicklung mit gemischten Gefühlen. „Natürlich ist das wieder ein Kandidat, der uns das Wasser abgraben könnte“, macht sie unmissverständlich klar. Zwar seien Schüler aus Naundorf noch nie nach Ostrau gegangen oder umgekehrt. „Seit der Mittelschule in Stauchitz wissen wir aber, dass Kreisgrenzen heute nicht mehr zählen“, so Gunhild Schmidt. 40 Kinder müsse die Mittelschule Ostrau für das kommende Schuljahr präsentieren. „Jeder Mitbewerber stellt bei solchen Zahlen eine potenzielle Gefahr dar.“
Noch fehlt dem Verein die Genehmigung für die Schule, doch der Antrag beim Regionalschulamt ist bereits gestellt. Die Gemeinde gibt positive Signale: „Vom Gemeinderat wird angestrebt, das Schulgebäude weiter als Schule zu nutzen“, erklärt der Naundorfer Bürgermeister Michael Reinhardt und verweist auf laufende Gespräche und das Antragsverfahren. „Wir unterstützen die Sache, es geht ja auch darum, dass Leben in diesem Dorf bleibt“, so der Bürgermeister weiter.
Damit dies gelingt, muss der Verein noch Spenden sammeln und Sponsoren finden. 100 000 Euro sind pro Jahr und Klasse notwendig, haben die Vereinsmitglieder ausgerechnet. „Eine freie Schule muss sich die ersten vier Jahre selbst finanzieren“, erklärt Gabriele Schneider aus Klingenhain, ebenfalls Vorstandsmitglied. An die evangelische Schulstiftung hätten sie bereits einen Antrag auf Förderung gestellt. Im Unterschied zu staatlichen Schulen müssen die Kinder außerdem jeweils 55 Euro pro Monat zahlen.

Quelle: Oschatzer Allgemeine Zeitung 08.11.2005