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Zehn Anmeldungen für Werkschule Drucken E-Mail
Mittwoch, den 02. November 2005 um 01:00 Uhr

Positives Signal der Gemeinde Naundorf wegen Schulgebäude / Antrag bei Regionalschulamt gestellt

Vor der Naundorfer SchuleNaundorf. Entschieden ist noch nichts. Doch wenn alles nach Plan läuft, zieht im kommenden Schuljahr die Evangelische Werkschule in das Gebäude der Naundorfer Mittelschule ein. die dann geschlossen wird. Am 9. November laden die Vereinsmitglieder zum Informationsabend ein. Zehn Kinder aus dem Altkreis Oschatz sind bereits angemeldet.
„Eine fünfte Klasse mit maximal 25 Schülern ist unser Ziel“. sagt Elisabeth Däbritz aus Naundorf. Vorstandsmitglied im Evangelischen Werkschulverein. Neben den zehn Anmeldungen hat sie weitere mündliche Zusagen von Eltern erhalten, ihre Kinder in der Werkschule anzumelden. Diese soll die Kinder zum Haupt- und Realschulabschluss führen.
Noch fehlt dem Verein die Genehmigung für die Schule, doch der Antrag beim Regionalschulamt ist bereits gestellt Lehrerstellen der Verein will zwei Pädagogen fest anstellen und die übrigen auf Honorarbasis beschäftigen - sind bereits deutschlandweit ausgeschrieben. „Wir sind zuversichtlich, dass uns die Gemeinde das Gebäude der Mittelschule gibt“. sagt Elisabeth Däbritz.

Die Gemeinde gibt positive Signale. „Vom Gemeinderat wird angestrebt, das Schulgebäude weiter als Schule zu nutzen“, erklärt der Naundorfer Bürgermeister Michael Reinhardt und verweist auf laufende Gespräche und das Antragsverfahren. „Wir unterstützen die Sache, es geht ja auch darum, dass Leben im Dorf bleibt“. so der Bürgermeister.
Damit dies gelingt, muss der Verein noch Spenden sammeln und Sponsoren finden. 100 000 sind pro Jahr und Klasse notwendig, haben die Vereinsmitglieder ausgerechnet. „Eine freie Schule muss sich die ersten vier Jahre selbst finanzieren“, erklärt Gabriele Schneider aus Klinghain, ebenfalls Vorstandsmitglied. An die evangelische Schulstiftung hätten sie bereits einen Antrag auf Förderung gestellt. Im Unterschied zu staatlichen Schulen müssen die Kinder außerdem jeweils 55 Euro pro Monat zahlen.
Anders ist auch das Konzept: „Das besondere ist das Praktische. Die Theorie soll nicht zu kurz kommen, aber die Anwendung des Gelernten soll gleich möglich sein“. erklärt Gabriele Schneider. Elisabeth Däbritz betont außerdem den engen Bezug zur Wirtschaft, der über ein bis zwei Betriebspraktika hinausgehen soll. „Wir planen häufigere Projektarbeit mit Betrieben aus der Region“, sagt sie.
Wichtig ist ihnen auch das „Evangelisch“ im Namen der Werkschule. „Es geht uns um die Vermittlung von christlichen Werten wie Nächstenliebe und Toleranz", sagt Gabriele Schneider. Dies bedeute, dass die Kinder nicht evangelisch sein müssten. Es ist auch der Austausch mit anderen Kindern, der wichtig sei. Schneider betont außerdem, dass die Werkschule auch die Naundorfer Turnhalle für den Schulsport nutzen würde. Das wäre auch im Sinne der Gemeinde. „Sie kann nicht nur über den Vereinssport finanziert werden", betont Bürgermeister Reinhardt. „Für ihre Nutzung entstehen sicher neue Bedingungen."
Auf den Erhalt der Turnhalle hofft auch der SV "Traktor" Naundorf „Wir sind ganz stark von der Halle abhängig“. sagt der Vereinsvorsitzende Frieder Schlicke. „Die meisten Sportarten setzen eine Halle voraus“ Das gilt für Volleyball und Gymnastik genauso wie für Unihockey - für letzteres will der Verein bald wieder eine Mannschaft zusammen bekommen. „Wir hoffen deshalb auf die Werkschule“. so Schlicke.

Quelle: Oschatzer Allgemeine Zeitung 02.11.2005
Foto: Dirk Hunger