Startseite Presse 2005 Sachsens Mittelschulen - Gewalt hält an
Sachsens Mittelschulen - Gewalt hält an Drucken E-Mail
Montag, den 25. Juli 2005 um 01:00 Uhr

Schüler mit einem verbotenen Butterfly-Messer - die Ermittler sind über die Gewalt an Sachsen Schulen besorgt.Dresden (J.K.). Die Gewaltbereitschaft sächsischer Schüler ist weiterhin hoch. Zwar sank die Gesamtzahl der Straftaten an den Schulen im Freistaat im vergangenen Jahr um 254 Fälle auf 5013. Gleichzeitig nahmen Waffenmissbrauch, Erpressung und Freiheitsberaubung zu. Schwerpunkt der Straftaten sind die Mittelschulen. Das geht aus einer internen Studie des Landeskriminalamts (LKA) für 2003 und 2004 hervor.
Insgesamt registrierten die Ermittler in den zwei Jahren 10 300 Delikte in und an Schulen. Bei Raub, Körperverletzung und Sachbeschädigung lag nahezu jeder zweite Tatort im Bereich der Mittelschulen. Exakt waren es 1553 von insgesamt 3236 Fällen (47,6 Prozent). Wesentlich geringer betroffen waren Grundschulen (20,5 Prozent) sowie Gymnasien (11,9 Prozent). Laut LKA müssten Erzieher und Polizei auf die „anhaltend hohe Belastung der Mittelschulen mit Rohheitsdelikten“ reagieren. Nötig sei die Verstärkung der Präventivarbeit.

Leicht zugenommen haben Verstöße gegen das Waffengesetz. Registrierten die Ermittler 2003 noch 21 Delikte, so waren es im vergangenen Jahr 23. Dabei kamen 16 Schusswaffen und 15 Messer zum Einsatz. „Die Vorgehensweisen der Täter verdeutlichen, dass die Aggressions- und Gewaltbereitschaft bei einigen Schülern weiterhin hoch und die Hemmschwelle der Gewaltanwendung niedrig ist“, heißt es in dem Bericht.
Die Beamten verzeichneten 1542 Opfer von Gewalttaten. Die meisten Delikte wurden während der Unterrichtszeit begangen, bei Raub und Körperverletzung waren es fast 85 Prozent. Insgesamt ermittelte die Polizei gegen 1800 Tatverdächtige, darunter 311 Kinder unter 14 Jahren. Die Zahl der Straftaten gegen die persönliche Freiheit - dazu zählen unter anderem Nötigung, Freiheitsberaubung, Menschenraub und Verschleppung - stieg von 134 auf 153 (plus 14,2 Prozent).

Quelle: Oschatzer Allgemeine Zeitung 25.07.2005