Startseite Presse 2005 Gründung einer alternativen Mittelschule
Gründung einer alternativen Mittelschule Drucken E-Mail
Mittwoch, den 04. Mai 2005 um 01:00 Uhr
Oschatz. Die Lösung für eine alternative Mittelschule rückt näher. "Am 9. Mai um 20 Uhr sind alle interessierten Bürger in das E-Werk zur Gründungsversammlung eines Trägervereins eingeladen, der die Neugründung einer freien Mittelschale vorantreiben wird". schreibt Jugendpfarrer Hans-Jörg Rummel. Gesucht werden engagierte Leute, die sich für neue Wege in der Bildungslandschaft interessieren.
„Während die staatliche Bildungspolitik völlig einfallslos mit Streichung von Schulstandorten und Bildung von Massenschulen auf den Bevölkerungsschwund reagiert, sehen wir uns als Bürger in der Pflicht, nach Alternativen inhaltlicher und pädagogischer Art zu suchen. Den Kindern und Jugendlichen unserer Region soll die Chance auf individuelle und kleinteilige Bildung geboten werden.“
Diese Schule werde nicht etwa in „Gottes Namen“ im Stile einer Talibanschule in Afghanistan gestaltet werden, wie das einige Bürger nach dem Prosecco auf die Versammlung vom 18. April argwöhnten. Vielmehr werde das pädagogische Konzept nach dem bisherigen Diskussionsstand zwei Schwerpunkte haben: tolerante, christliche Werte und Praxisnähe. Dazu einige Auszüge aus dem Satzungsentwurf, der der Gründungsversammlung vorgelegt werden wird:
  • Der Verein ist verwurzelt und getragen von Werten, die dem christlichen Glauben zu Grunde liegen und er sorgt dafür, dass diese Werte im Schulalltag erlebbar werden. Alle Kinder bleiben in ihrer Haltung zu den christlichen Werten und dem Glauben frei. Einzelheiten des christlichen Wertefundaments werden in der Schulkonzeption formuliert.
  • Die Arbeit des Vereins als Träger der Evangelischen Werkschule „Name" geschieht in Zusammenarbeit mit den umliegenden Kirchgemeinden, dem Kirchenbezirk Leisnig-Oschatz und der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens. Ebenso wird die Zusammenarbeit mit anderen christlichen Konfessionen gewünscht.
  • Der Verein strebt die Anerkennung der Mittelschule durch die Evangelisch-Lutherische Kirche Sachsens an.
  • Der Verein handelt im Bewusstsein, dass nur mit einem altersgemäßen, praktischen Lernen dem Lernbedürfnis der Kinder und Jugendlichen entsprochen werden kann. Die Bildungs- und Erziehungsziele sollen in Anlehnung an Vorbilder der Werkschulpädagogik formuliert werden.
  • Der Verein als Träger der Evangelischen Werkschule „Name" setzt sich zum Ziel, eine enge Zusammenarbeit der Schule mit der regionalen Wirtschaft zu organisieren.

„Die Gründungsinitiatoren sind sich der großen organisatorischen und finanziellen Herausforderung ihres Vorhabens bewusst“, so Rummel. Umso wichtiger sei es, dass sich viele Menschen zur Mitarbeit bereit finden. „Besondere Ansprüche werden an die Mitglieder nicht gestellt. Jede und jeder kann etwas beitragen. Natürlich sind wir über pädagogische und finanztechnische Fachleute in unseren Reihen sehr froh. Ich möchte besonders die Vertreter der hiesigen Wirtschaft ermuntern, bei der Vereinsgründung mitzuwirken, da das Konzept der „Werkschule“ in besonderer Weise die Anforderungen aufnehmen wird, die die Wirtschaft an Mittelschulabgänger stellt", erklärte der Jugendpfarrer abschließend.

Quelle: Oschatzer Allgemeine Zeitung 04.05.2005