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Naundorfer hoffen weiter auf Schule Drucken E-Mail
Donnerstag, den 12. Oktober 2006 um 01:00 Uhr

Nach Absage des Werkschulvereins machen sich Gemeinderäte zur Nutzung der Gebäude Gedanken

Naundorf . Auch wenn die Mittelschule Naundorf Ende Juli geschlossen wurde, steht deren Hauptgebäude in Naundorf nicht leer. Gemeinde und Vereine nutzen einige der Räume. Die anderen wollte die Gemeinde freihalten in der Hoffnung, dass der Evangelische Werkschulverein dort einen zweiten Versuch für eine alternative Mittelschule startet. Doch der hat nun Schulgebäude in Ostrau und Oschatz im Blick, die er wegen der Verkehrsanbindung vorzieht (wir berichteten).Was bedeutet dies für den Naundorfer Standort? Eine Umfrage.
„Es wird nun Überlegungen geben, wie wir die Räume nutzen können", kündigt der  Naundorfer Bürgermeister Michael Reinhardt an. Davon geht auch Hartwig Kübler, Gemeinderat aus Raitzen, mit Blick auf die Sitzung des Verwaltungsrats in einer und des Gemeinderates in zwei Wochen aus. Dann würden sich die Gemeinderäte sicher Gedanken machen, wie die noch leerstehenden Räume genutzt werden können. „Ich war überrascht vom Rückzug des Werkschulvereins", sagt Kübler. „Ich habe die Hoffnung aber nicht aufgegeben, dass aus den Alternativen nichts wird." Die Naundorfer Mittelschule sei als einzige der kürzlich geschlossenen bis zum Schluss auf höchstem Niveau gehalten worden. „Es muss sich auch rausstellen, ob die anderen Kommunen bereit sind, so viel für die Werkschule zu investieren wie wir", meint Kübler.

Gemeinderat Reiner Gründling aus Zeicha hofft, dass eine andere Privatschule Interesse an den Räumen in Naundorf hat. „Sie sind ja in gutem Zustand und gut ausgestattet", so Gründling. Er betont: „Als Gemeinderat von Naundorf tut mir der Rückzug des Werkschulvereins leid, denn es ist bedauerlich, dass wir keine Schule mehr haben, da sie einen großen Anteil am Dorfleben hat." Dennoch glaubt er, dass die Chancen für die Werkschule in Ostrau schon allein wegen der Größe des Ortes größer sind. Die dortige Mittelschule wurde ebenfalls zum Schuljahresende geschlossen. „Die Ostrauer sind auch sicher eher bereit, die Schule finanziell zu unterstützen als die Oschatzer, denn Oschatz hat ja eine Mittelschule", meint Gründling. In Oschatz steht die ehemalige Mittelschule West leer, wenn die Berufsschule demnächst auszieht.
Auch Gemeinderat Volker Buschmann aus Naundorf ist vom Rückzug des Werkschulvereins enttäuscht. „Wir sollten abwarten und dem Werkschulverein die Möglichkeit offen lassen, falls er es sich doch noch mal überlegt. Denn ich bezweifle, dass die Situation in Ostrau wesentlich besser ist", sagt er mit Blick unter anderem auf die Verkehrsanbindung. Es sei für Schüler aus Naundorf schon schwierig, in die Mittelschule nach Stauchitz zu kommen, nach Ostrau sei die Verbindung aus der Region noch schlechter. Das Gebäude anders zu nutzen, hält Buschmann für unrealistisch: „Man kann eine Schule nicht einfach umfunktionieren. In die Fachkabinette wurde viel Geld investiert." Auch wenn es für ein Gebäude vor allem im Winter nicht gut sei, wenn es leer stehe, solle man vielleicht das Schuljahr vorbeigehen lassen, bevor man eine Entscheidung treffe. Immerhin stünde das Gebäude erst seit kurzem leer - und die Gemeindeverwaltung und Vereine würden immerhin einige Räume nutzen.

Quelle: Oschatzer Allgemeine Zeitung 12.10.2006