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Neun Werkschüler beim Morgenkreis Drucken E-Mail
Dienstag, den 04. September 2007 um 01:00 Uhr

Neun Schüler starteten gestern in den ersten Schultag an der Evangelischen Werkschule in Naundorf

MorgenkreisNaundorf. In der Evangelischen Werkschule in Naundorf ließen gestern neun Schülerinnen und Schüler die Grundschule hinter sich. Sechs Pädagogen werden sich dieses Schuljahr um eine einzige Klasse kümmern.
Der erste Schultag in der Werkschule beginnt. Ein Klingelzeichen gibt es nicht. Lehrerin, Heike Bollmann sagt, dass es jetzt losgehe, mit Mathe. In Musik, Deutsch und Projektarbeit wird sie die Kinder später auch noch unterrichten. Neun Schüler sitzen an ihren Tischen im Halbkreis vor ihr, einige ruhig und schüchtern, andere lebhaft. „Bekommen wir heute unseren Stundenplan?", fragt ein Mädchen. „Braucht ihr den denn?", entgegnet Heike Bollmann und darauf ein Junge: „Na, alles soll durcheinander gehen", sagt er und lacht dabei.
Durcheinander geht es dann aber doch nicht. „Jeden Montag morgen werden wir einen Morgenkreis machen", verkündet die Lehrerin das erste Ritual. Die Schüler knien und sitzen auf Kissen, während sie versuchen, Luftballons aufzupusten und ihren Namen darauf zu schreiben. Kennenlernspiele sollen die Schüler miteinander bekannt machen „Ich kenne schon alle", ruft Ferdinand dazwischen und zählt alle Namen auf. Hin und wieder platzt ein Ballon.

Das Klassenzimmer ist blass-orange gestrichen, und das Parkett ist abgewetzt. Doch wenn die Kinder mit ihrer Lehrerin im Kreis sitzen, die Kerze in ihrer Mitte und gemeinsam „Einfach spitze, dass Du da bist" singen, ist es gemütlich.
„Heute mache ich mit den Kindern nur ein paar kleine Aufgaben mit Zahlen, um die Hirnzellen aufzufrischen", erklärt Heike Bollmann. „Am Mittwoch werde ich dann testen, was ich den Kindern zutrauen kann." Zudem will Bollmann mit den Kindern gemeinsam jeden Montag einen Segenswunsch für die Schulwoche beten. An diesem ersten Tag erhalten die neun Schüler tatsächlich ihren Stundenplan und werden feststellen, dass sie fast ausschließlich Blockunterricht haben. Am selben Tag folgen noch je 90 Minuten Englisch und Deutsch. Nach einer Stunde Geschichte steht Freiarbeit auf dem Plan. „Das ist eine Zeit, in der die Schüler das Gelernte aufarbeiten, Fragen stellen können, oder sich auf Hausaufgaben und Projekte vorzubereiten." Um 15 Uhr kommen die Kinder meist aus der Schule, nur Freitags dürfen sie eher gehen.

Quelle: Oschatzer Allgemeine Zeitung 04.09.2007
Foto: Sven Bartsch OAZ