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Montag, den 03. September 2007 um 01:00 Uhr

Zahl der Erstklässler im Landkreis konstant / 710 Kinder eingeschult und Werkschule eröffnet

Region Oschatz. „Wir haben die Talsohle verlassen und kommen nun in relativ ruhiges Fahrwasser", sagte Roman Schulz, der Pressesprecher der Sächsischen Bildungsagentur Leipzig. 710 Jungen und Mädchen wurden am Wochenende im Landkreis Torgau-Oschatz eingeschult. Das sind ungefähr so viele wie 2006. In den zwei Jahren zuvor waren es noch jeweils rund 100 weniger. In zwei Schulen im Altkreis Oschatz gab es besonderen Grund zur Freude: In der Grundschule Cavertitz wurden zum ersten Mal seit zwei Jahren wieder Erstklässler eingeschult, die Evangelische Werkschule Naundorf wurde gestern mit einer fünften Klasse offiziell eröffnet.
Die ersten Fünftklässler durchschnitten ein Band, Schulleiterin Linda Jelinek erhielt einen Schlüssel — mit diesen symbolischen Handlungen startete gestern die Werkschule in ihr erstes Schuljahr. „Es bedurfte erheblichen Engagements, um das heutige gute Ergebnis feiern zu können", betonte Harald Bieling, Geschäftsführer der Evangelischen gemeinnützigen Gesellschaft für Bildungs- und Sozialprojekte (EBS) aus Grimma, dem Schulträger, in seiner Rede zur Eröffnung. „Unsere Schullandschaft soll bunter werden. Dazu möchten wir beitragen.

Wir sind auch der festen Auffassung, dass die Vermittlung eines christlichen Menschenbildes zu einer positiven Veränderung unserer Schüler und Schülerinnen aber auch der vielen Menschen in dieser Region beitragen kann." Durch geplante Partnerschaften mit regionalen Firmen solle in der Schule der Werkschulgedanke gelebt werden. „Werkschule, das soll Bildung in wirklicher Verbindung zur Praxis sein", so Bieling.
Die zehn neuen Mittelschüler und ihre Angehörigen konnten nach der Feierstunde genauso ihr neues Klassenzimmer erkunden, wie die 17 Cavertitzer Erstklässler. Sie machten eifrig mit, als ihre neue Klassenlehrerin Katrin Döke ihnen zeigte, wie sie sich nach dem Klingelzeichen hinter ihren Stühlen aufstellen müssen.
„Wir sind froh, dass es dieses Jahr geklappt hat", erzählt Schulleiterin Ilona Berscheit. „Die Schule stand zwei Jahre lang auf wackeligen Beinen." Während der Ferien ist viel passiert: „Wir hatten alle Hände voll zu tun und Handwerker haben die Schule noch einmal herausgeputzt." Die Schulleiterin hofft deshalb besonders, dass nächstes Jahr in Cavertitz wieder 15 Schüler für die erste Klasse zusammenkommen. „Aber ob wir nun zwei oder vier Klassen zu betreuen haben, wir machen da keinen Unterschied", so Berscheit. Derzeit sind vier Lehrkräfte in der Grundschule tätig. Das sei knapp bemessen. „Aber unsere Lehrer sind so engagiert und setzen den normalen Schulbetrieb fort."
Auch in den anderen Grundschulen der Region wurden die Erstklässler eingeschult: in Dahlen 42, in Liebschützberg 24, in Hof, Mügeln und Neusornzig jeweils 18. In den Oschatzer Grundschulen gibt es insgesamt 112 Erstklässler, in Wermsdorf 22, in Calbitz 20 und in der Apfelbaumschule Schweta 17 (Stand vor den Ferien). Roman Schulz geht davon aus, dass sich die Zahl der Schulanfänger in den nächsten Jahren auf diesem Niveau stabilisieren wird. „Damit ist das Gros der Schulschließungen zum Glück vorbei", sagt er mit Blick auf die Grundschulen. An der ein oder anderen Stelle werde es aber noch Diskussionsbedarf geben. Auch viele Mittelschulen müssen noch zittern — sie werden erst in vier Jahren von den geburtenstärkeren Jahrgängen profitieren. Doch auch die Zahl der Fünftklässler an Mittelschulen ist im Vergleich zum Vorjahr im Landkreis immerhin leicht gestiegen — von rund 310 auf etwa 340.

Quelle: Oschatzer Allgemeine Zeitung 03.09.2007