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Mittwoch, den 29. August 2007 um 01:00 Uhr

Naundorfer freuen sich über Genehmigung der Werkschule / Schulträger, Verein und Lehrer sind voller Tatendrang

Frau JelinekNaundorf. „Jetzt kann es richtig losgehen", sagt Linda Jelinek und strahlt. Über die Genehmigung für die Evangelische Werkschule Naundorf hat sich die Schulleiterin „ganz arg gefreut". Sie saß auf heißen Kohlen, berichtet sie – und ist genauso wie die anderen Beteiligten voller Tatendrang. Das ist auch nötig, denn bis zur Eröffnungsfeier am Sonntag nach dem Gottesdienst und zum Schulstart am Montag ist für sie und die anderen Beteiligen noch jede Menge zu tun.
Sechs Tische stehen bereits in einem Kreis im künftigen Klassenzimmer in dem zweistöckigen Gebäude auf dem Naundorfer Schulgelände, daran stehen ein Stuhl für die Lehrerin und zehn für die Schüler der fünften Klasse. Regale sind aufgebaut. An der Tafel ist „Willkommen" zu lesen. Am Freitag, als die Zusage von der Bildungsagentur kam, war der Raum noch leer, am Montagabend haben Mitglieder des Werkschulvereins, Eltern, Schüler und Lehrer begonnen, ihn einzurichten. „Tatendrang und Freude sind groß", berichtet Linda Jelinek.

Kaum lag die Zusage auf ihrem Schreibtisch, legte auch Ute Wetzig vom Schulträger, der Evangelischen gemeinnützigen Gesellschaft für Bildungs- und Sozialprojekte aus Grimma, los: „Alle Sachen, die ich vorbereitet habe, lagen auf Abruf bereit", sagt sie. Der Vertrag für die Schülerspeisung wurde unterschrieben, die Zusage der Bildungsagentur ging ans Landratsamt, damit die Behörde die finanzielle Unterstützung des Schülerverkehrs in die Wege leiten kann. Ute Wetzig bestellte die Schulbücher, beauftragte den Fliesenleger, mit den Arbeiten in der Küche zu beginnen, und bestellte den Schulstempel. „Evangelische Werkschule Naundorf. Evangelische Bekenntnisschule. Staatlich genehmigte Ersatzschule", ist darauf zu lesen. »Darauf bin ich stolz", sagt sie mit Blick auf den letzten Satz.
Aus dem Altkreis, darunter aus Wermsdorf, Mügeln und Kemmlitz, kommen die zehn Schüler: Auch ein Junge aus Naundorf ist dabei. Ute Wetzig ist zuversichtlich, dass es noch mehr werden. Die evangelische Grundschule, die sie im Muldentalkreis mit aufgebaut hat, startete mit zwölf Kindern. „Und jetzt sind es 120", betont sie. Auch wenn noch Platz für mehr Kinder ist und sie auch noch angemeldet werden können – Linda Jelinek freut sich auf die kleine Klasse. „Vor allem für den Sprachunterricht ist das ideal", sagt sie. Der Stundenplan steht, die ersten Projekte ebenfalls. Im Deutschunterricht sollen die Kinder kommende Woche die Schulbibliothek einrichten. Die ersten Bücher dafür hat die 28-Jährige selbst mitgebracht. »Jeder stellt ein Buch vor, wir erstellen die Karteikarten gemeinsam", berichtet sie. „Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die Kinder auf diese Weise sorgfältiger mit den Büchern umgehen", sagt Jelinek, die sich darauf freut, wenn Montag der Unterricht beginnt.
Mit den Beteiligten freuen sich die Naundorfer. „Wir sind sehr froh, dass es geklappt hat, der Gemeinderat steht voll hinter der Werkschule", sagt Dr. Hartwig Kübler, der stellvertretende Bürgermeister von Naundorf. Im Sommer hat die Gemeinde unter anderem mit kleineren Reparaturen und Instandsetzungsarbeiten die Gebäude in Schuss gehalten. „Wir unterstützen die Werkschule so gut wir können, aber das darf nicht über ein gewisses Maß hinaus gehen, da es sonst als Umgehung des Schließungsbeschlusses gesehen wird", so Kühler, der hofft, dass sich Privatleute und Unternehmer für die Schule einsetzen.
Unter denen, die dies bereits tun, ist Familie Willmann aus Oschatz, die Schulbedarf vertreibt. Drei Kartons voller Stifte, Hefte, Blöcke, Scheren und Mappen hat sie nun gespendet. Die stehen bereits im Klassenraum und warten darauf, eingeräumt zu werden.
Die 1000 Euro, die der Heimatverein Naundorf gespendet hat, werden nun für die Küche verwendet, die in den nächsten Wochen so saniert wird, dass Kinder dort Gesundheits- und Ernährungsprojekte durchführen können und das Essen ausgegeben werden kann. »Wir freuen uns über die Genehmigung. Unsere Spende zeugt ja von unserer Wertschätzung des Vorhabens", sagt Vereinsvorsitzender Volker Buschmann. „Es tut unserem Dorf und dem Gebäude gut, dass es wieder eine Schule gibt." Er hofft, dass sie zu einer dauerhaften Einrichtung wird. „Das erste Jahn ist sicher entscheidend, um den Ruf der Schule zu zementieren, aber da bin ich zuversichtlich. Außerdem ist der Bedarf sicherlich da", meint Buschmann.
„Ich finde es gut, dass die Werkschule genehmigt wurde", sagt auch Frieder Schlicke, der Vorsitzende des SV Naundorf. „So kommt sicher wieder Leben in die Gebäude. Es wäre ja schade um sie", sagt er. Außerdem hofft er, dass auch der Sportverein davon profitieren und das eine oder andere neue Mitglied gewinnen kann.

Quelle: Oschatzer Allgemeine Zeitung 29.08.2007
Foto: Sven Bartsch