Startseite Presse 2007 Es ist eine tolle Chance, so ein Projekt zu starten
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Samstag, den 04. August 2007 um 01:00 Uhr

Zwei Lehrerinnen für Werkschule eingestellt / Warten auf Genehmigung

Frau Jelinek und Frau BollmannNaundorf/Oschatz. Genehmigt ist die Evangelische Werkschule in Naundorf noch nicht – die beiden Lehrerinnen stehen aber bereits fest. Kommende Woche legen sie vor Ort mit der Arbeit los. Der Antrag für die Schule liegt inzwischen komplett bei der Bildungsagentur.
Diese Woche packt Linda Jelinek mit ihrem Freund Umzugskisten aus und richtet die neue Wohnung in Oschatz ein. Ab kommender Woche macht sie sich mit Heike Bollmann an die Räume auf dem Schulgelände, die Eltern, Schüler und andere Mitglieder des Werkschulvereins bereits gestaltet haben. Die Frauen hat der Träger der Werkschule, die Evangelische gemeinnützige Gesellschaft für Bildungs- und Sozialprojekte (EBS) aus Grimma, angestellt.
Beide freuen sich auf die Arbeit in Naundorf: „Es ist eine ganz tolle Chance und eine große Herausforderung, so ein Projekt zu starten", sagt Linda Jelinek. Bereits während des Referendariats in Lüneburg an einer staatlichen Schule hat die 28-Jährige verschiedene reformpädagogische Ansätze ausprobiert. In Naundorf möchte sie diese anwenden und den Unterricht außerdem so gestalten, „dass man alle erreicht, die Stärkeren und die Schwächeren". Da sie der Meinung ist, dass das an privaten Schulen am besten möglich ist, hat sie sich über die Stelle in Naundorf gefreut und den Umzug gewagt, obwohl die Schule noch nicht genehmigt ist.

„Das Risiko, dass es nicht klappt, ist ja sehr gering."
Das meint auch Heike Bollmann, die für die Werkschule eine Stelle an einer staatlichen Schule ausgeschlagen hat. Die 39-Jährige, die mit ihren zwei Kindern in Mockritz wohnt, hat bereits an einer freien Grundschule in Döbeln unterrichtet, ist aber ausgebildete Mittelschullehrerin. Als sie von der Werkschule erfahren hat, dachte sie: „Genau das ist es." Sie betont: „Ich möchte nicht nur Wissen vermitteln, mir ist es wichtig, dass der Mensch im Mittelpunkt steht."
Heike Bollmann wird in Naundorf Musik, Kunst und Mathe unterrichten, Linda Jelinek Englisch, Deutsch, Geografie und Geschichte. Honorarkräfte sollen Religion und Biologie lehren. Kommende Woche werden die beiden Lehrerinnen die Klassen- und Lehrerzimmer einrichten, die technische Ausrüstung überprüfen, Bücher bestellen und den Stoffverteilungsplan für das kommende Schuljahr entwickeln. Parallel dazu sind Handwerker in den Gebäuden zu Gange: „Nächste Woche soll die baumäßige Instandsetzung der Küche beginnen", berichtet Ute Wetzig von der EBS.
Auf das Arbeiten in Naundorf freut sich Linda Jelinek bereits. „Ich komme ja auch vom Dorf." Ihr Heimatort Ahrbergen liegt zwischen Hildesheim und Hannover. Erstmal, so betont sie, müssten sie und Heike Bollmann sich in der Schule orientieren. „Dann werden wir auch die Fühler in den Ort ausstrecken."
Was jetzt noch fehlt, ist die Genehmigung für den Schulbetrieb. „Der Bildungsagentur liegen alle Unterlagen vor", sagt Ute Wetzig. „Wir gehen davon aus, dass in den nächsten Tagen der positive Bescheid kommt." Angelika Wiesner, Referatsleiterin Mittelschulen bei der Bildungsagentur Leipzig, hält sich mit Verweis auf das laufende Verfahren bedeckt. Über die Chancen und den genauen Zeitpunkt könne sie nichts sagen. „Es wird aber mit Sicherheit eine Entscheidung geben, bevor das Schuljahr beginnt", sagt sie. In Naundorf rechnet man fest mit einer Zusage – die Einladungen für die Eröffnung am 2. September sind bereits in der Post.

Quelle: Oschatzer Allgemeine Zeitung 04.08.2007