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Sonntag, den 06. Mai 2007 um 01:00 Uhr

Mitglieder des Werkschulvereins und künftige Schüler renovieren Klassenzimmer / Nachforderungen zu Antrag für alternative Mittelschule

Entfernen der alten TapeteNaundorf(mae). Genehmigt ist sie noch nicht - Form nimmt sie aber bereits an: die Evangelische Werkschule in Naundorf. Zum zweiten Mal waren am Wochenende 15 Helfer in den Räumen der ehemaligen Mittelschule zu Gange. Fünf weitere Arbeitseinsätze sind bis zum Sommer geplant. „Wir können ja nicht warten, bis die Schule genehmigt ist", sagt Hans-Jörg Rummel, Jugendpfarrer und Vorsitzender des Evangelischen Werkschulvereins. „Ein gewisses Risiko müssen wir eingehen, aber wir halten es für sehr gering und sind optimistisch, dass es eine Genehmigung geben wird."
Der Antrag liegt zwar beim Regionalschulamt - doch noch müssen verschiedene Dinge nachgereicht werden. Darunter sind die Angaben zum Personal. „Zurzeit laufen Gespräche mit Bewerbern, Lehrerverträge stehen zum Teil vor der Unterschrift", berichtet Rummel. Darum kümmern sich Mitarbeiter der Evangelischen gemeinnützigen Gesellschaft für Bildungs- und Sozialprojekte aus Grimma, die der Werkschulverein für den zweiten Anlauf für die alternative Mittelschule mit ins Boot geholt hat. Auch bauliche Auflagen müssen noch erfüllt werden.

„Nachforderungen sind normal", erklärt Roman Schulz von der Sächsischen Bildungsagentur in Leipzig, die den Antrag genehmigen muss. Welche Chancen räumt er dem Projekt ein? „Chancen gibt es immer", betont er und verweist auf die hohe Zahl von Schulen in freier Trägerschaft im Regierungsbezirk Leipzig. Dennoch schränkt er ein: „Eine verbindliche Aussage kann ich erst machen, wenn der Antrag fertig vorliegt."
Einen Teil der praktischen Vorarbeit dafür haben fünf Kinder- und Jugendliche sowie zehn Erwachsene am Sonnabend geleistet - und zwar in einem der Neubauten auf dem Naundorfer Mittelschulgelände. Im künftigen Klassenzimmer entfernten die Helfer Farbe und Tapete. In den nächsten Wochen soll der Raum, in dem ab September eine fünfte Klasse lernen soll, in Orangetönen gestrichen werden, die von unten nach oben heller werden. Auch etwas violett soll darunter gemischt werden. „Orange ist eine Wohlfühlfarbe und violett fördert die Konzentration", erklärt Rummel. Die Farbe haben Kinder und Eltern mit Hilfe einer Farbpsychologin gemeinsam ausgewählt.
Das Ziel der Umgestaltung: „Wenn die neue Schule eröffnet wird, soll man auch sehen, dass es eine neue Schule ist", so Rummel. „Wir wollen viel selber machen, das gehört zu unserem Selbstverständnis. Aber die Gemeinde Naundorf unterstützt uns sehr", betont Rummel. Rund 15 Kinder sind bislang angemeldet - diese Zahl sei die letzten Wochen etwa konstant geblieben. Mal sprang jemand ab, dann kam wieder jemand hinzu. „Es ist auf jeden Fall genügend für eine Klasse", sagt Rummel. 

Quelle: Oschatzer Allgemeine Zeitung 06.05.2007