Startseite Presse 2007 Impulse für die Werkschule
Impulse für die Werkschule Drucken E-Mail
Mittwoch, den 18. April 2007 um 01:00 Uhr

Naundorf: Werkschulverein diskutierte mit Vertretern der Freien Werkschule Meißen

Bastelnachmittag in der WerkschuleNaundorf (cku). „Paukst du noch oder lebst du schon?" Unter diesem Motto stand der Gesprächsabend des Werkschulvereins am Dienstagabend. Pfarrer Hans-Jörg Rummel hatte Kinder und Eltern, die sich für das Konzept der Evangelischen Werkschule Naundorf interessieren, eingeladen. Zu Gast waren Schüler der Freien Werkschule Meißen mit Lehrerin Helgrit Wagner sowie die Schulleiterin der Evangelischen Mittelschule Gersdorf Sylvia Heiland. Anhand der Schulkonzepte aus Gersdorf und Meißen wägten die Diskutierenden ab, welche Möglichkeiten sich der Naundorfer Werkschule bieten, um nach dem möglichen Schulstart am 3. September 2007 eine optimale Beziehung zwischen Lehrern, Schülern und Eltern zu schaffen.
Die evangelische Mittelschule Gersdorf existiert seit drei Jahren. „Wir haben mit einer fünften Klasse und 22 Schülern begonnen, in diesem Jahr unterrichten wir bereits drei Klassenstufen mit jeweils zwei Klassenverbänden", informierte Sylvia Heiland. In jeder Klasse lernen zwischen 20 und 25 Schüler. Eine Zahl, an der sich der Naundorfer Werkschulverein orientiert. Wesentlich ist für Sylvia Heiland die Berufsorientierung ihrer Schüler: „In die siebten Klassen laden wir Unternehmer aus unserem Einzugsgebiet ein, die den Kindern vermitteln, wie sie die erworbenen Kenntnisse speziell in ihrem Unternehmenszweig praktisch anwenden müssen."

Die Freie Werkschule Meißen besteht seit zehn Jahren, in den nächsten Wochen absolvieren die ersten Schüler ihre Abschlussprüfungen. Diese sind schulfremde Prüfungen, da die Schule nicht nach dem sächsischen Lehrplan unterrichtet. „Uns ist es wichtig, dass die Kinder den Lehrer nicht als mächtigeres Gegenüber wahrnehmen, sondern als gleichberechtigten Partner im Lernprozess", sagte Lehrerin Helgrit Wagner. Im Schulalltag heißt das, dass Schüler ihre Lehrer duzen und ihnen am Schuljahresende ein Zeugnis ausstellen dürfen. Des Weiteren müssen die Eltern kein Geld in Lehrbücher investieren. Die Schüler können auf Klassensätze zurückgreifen, die in den Schulen verbleiben.
„Nicht alle Modelle, die heute vorgestellt wurden, kommen für uns in Frage", urteilte Hans-Jörg Rummel abschließend, „Aber so mancher Ansatz eignet sich zur Nachahmung."
Derzeit existieren 15 Anmeldungen für die Werkschule in Naundorf. „Eltern können ihre Kind weiterhin bei uns anmelden", informierte Rummel, „Trotzdem sollten sie es parallel an einer staatlichen Mittelschule anmelden und die Ausweichmöglichkeit zur Evangelischen Werkschule auf dem dazu nötigen Formular vermerken."

Quelle: Oschatzer Allgemeine Zeitung 18.04.2007
Foto: Dirk Hunger