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Sonntag, den 18. Februar 2007 um 01:00 Uhr

Mit Unterstützung der Diakonie entsteht in Naundorf eine Werkschule

Hans-Jörg Rummel vor dem SchulgebäudeBildung ist für Hans-Jörg Rummel  eine Kernkompetenz der Kirche. Angesichts der Debatten um die Kirche der Zukunft ist für ihn die Gründung einer Schule daher nicht irgendein Vorhaben. In Naundorf, wo die staatliche Mittelschule 2006 geschlossen wurde, soll nun eine Werkschule entstehen. So etwas gibt es in der evangelischen Schullandschaft Sachsens bisher noch nicht.
Von einem »Zug zur Praxis« spricht Rummel, wenn er das Schulprojekt beschreibt. Es geht ihm um junge Leute, die es schwerer haben, bisher vielleicht nicht die besten Noten in der Schule erreichten, aber auf Geschicklichkeit und Kreativität setzen können. Die Werkschule will auf ihre Stärken eingehen und in Kooperation mit Betrieben eine praktische Bildung vermitteln. »Wir hoffen auf die Wirtschaft, die langfristige Kontakte zu künftigen Lehrlingen pflegen kann«, erklärt Rummel. Außerdem soll die Werkschule eine Ergänzung zur evangelischen Grundschule »Apfelbaum« im Nachbarort Schweta werden.

Eigentlich sollte es in Naundorf schon 2006 losgehen, doch der Trägerverein erhielt nicht genügend Anmeldungen von Schülern. Nun gibt es einen neuen Anlauf mit einem neuen Partner, von dem sich Rummel professionelle Hilfe verspricht: Die evangelische gemeinnützige Gesellschaft für Bildungs- und Sozialprojekte in Grimma.
Bei dem Unternehmen der Diakonie im Muldental »gibt es Menschen, die schon einmal eine Schule gegründet haben, die wissen wovon wir reden«, sagt Geschäftsführer Harald Bieling. Selbst wenn der Start der Werkschule in diesem Jahr noch nicht klappe, werde im nächsten Jahr weitergemacht. »Was wir anfangen, das machen wir auch. «
Bislang sind es vor allem Vereine, die die rund 40 evangelischen Schulen in Sachsen tragen. Nur das Evangelische Schulzentrum Leipzig und das Kreuzgymnasium Dresden gehören den Kirchenbezirken. Das Marienstift Oelsnitz unterhält als Diakonie-Verein zwei Regelschulen. Die Werkschule in Naundorf wäre also auch die erste evangelische Mittelschule in direkter Trägerschaft eines Diakonie-Unternehmens.
Die Diakonie-GmbH als Partner soll vor allem die Finanzfragen professionell angehen, so Pfarrer Rummel. Der Schulverein soll künftig als Förderverein mit weitgehenden Mitsprachrechten agieren. Mit Spenden und einem Bankkredit soll das Schulprojekt starten. »Wir hoffen natürlich auch später auf die Firmen«, sagt Geschäftsführer Bieling. Denn monatlich 55 Euro Schulgeld werden allein nicht reichen. Auch die Gemeinde Naundorf könnte die Werkschule unterstützen, positive Signale gibt es etwa zur Unterhaltung des Schulgebäudes.

Quelle: Der Sonntag 18.02.2007