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Naundorfer wollen Werkschule unterstützen Drucken E-Mail
Donnerstag, den 15. Februar 2007 um 01:00 Uhr

Beschluss zu Mittelschulgebäude steht an

Schulgebäude WerkschuleNaundorf. Der nächste Schritt für den zweiten Versuch, in Naundorf eine evangelische Mittelschule zu eröffnen, steht an. Heute diskutieren die Mitglieder des Naundorfer Verwaltungsausschusses über einen Antrag von Werkschulverein und Diakonie Grimma, Räume im Mittelschulgebäude nutzen zu können. Kommende Woche stimmt der Gemeinderat darüber ab — wahrscheinlich mit ja.
„Ich hoffe, dass es diesmal klappt", sagt Gemeinderat Volker Buschmann. Für den Naundorfer wäre die alternative Mittelschule nicht nur eine Bereicherung für Ort und Gemeinde, sondern auch für die Schullandschaft: „Mit dem praxisnahen Lernkonzept werden die Jugendlichen sicher gut auf das Leben und die Arbeit vorbereitet." Außerdem hofft Buschmann, dass dann in Naundorf wieder ein Weihnachtsmärchen aufgeführt wird. Für die Abstimmung kommende Woche ist er zuversichtlich: „Ich denke, es wird ein einstimmiger Beschluss."
„Wir sind richtig froh, dass der Werkschulverein einen neuen Versuch startet", sagt auch Gemeinderat Lukas Wendler. Der Naundorfer hofft, dass dann wieder mehr kulturelles Leben in den Ort einzieht und betont: „Es ist gut, wenn die Gebäude genutzt werden und nicht leerstehen. Sie sind perfekt geeignet." Deshalb ist er froh, dass aus den Überlegungen, den zweiten Versuch in Oschatz oder Ostrau starten zu wollen, nichts geworden ist.

Wegen dieser Pläne, die der Werkschulverein hatte, nachdem der erste Versuch gescheitert war, ist Dr. Hartwig Kübler, Gemeinderat aus Raitzen, noch skeptisch: „Es war seltsam, dass es damals hieß, der Standort taugt nichts. Das ist uns unangenehm aufgestoßen und war keine Werbung für den nächsten Versuch", sagt Kühler. Jetzt hoffe er, dass es bei Naundorf bleibt. „Wenn jetzt die Einsicht da ist, dass der Standort Naundorf geeignet ist, ist das positiv. Natürlich unterstützen wir als Gemeinderat dies. Das ist gar kein Thema."
Für Naundorf könne die Werkschule nur positiv werden, meint auch Eckhard Aust, der dem neuen Versuch, den der Werkschulverein gemeinsam mit dem Diakonischen Werk in Grimma unternimmt, mehr Chancen einräumt als dem ersten. Aust betont: „Ich hoffe sehr, dass es gelingt. Naundorf hatte einfach schon immer eine Schule." Außerdem sei eine kleine Schule für das Verhältnis von Kindern, Eltern und Lehrern ohnehin viel besser als eine große Schule mit 30 Schülern pro Klasse.
Das findet auch Andrea Schreiber. Die Gemeinderätin aus Raitzen betont: „Mit kleinen Klassenstärken kann die Werkschule etwas bieten, was keine staatliche Schule bieten kann." So könne Bildung besser vermittelt werden. „Bei 30 Schülern pro Klasse geht doch immer der eine oder andere unter", meint sie. Ein weiteres Argument für die Werkschule ist für Schreiber der kurze Schulweg: „Ein Anfahrtsweg von einer Stunde oder mehr, den viele Kinder haben, ist ein riesiger Konzentrations- und Ausdauerverlust." Deshalb würde sie als Mutter die Werkschule in Anspruch nehmen.
Auch wenn sich eine Mehrheit für die Werkschule abzeichnet — Bürgermeister Michael Reinhardt betont, er wolle dem Gemeinderat nicht vorgreifen, meint aber: „Wir unterstützen die Werkschule und sind froh darüber." Er hält es aber für zu früh, zu überlegen, welche Räume - einige belegen Vereine und Gemeinde - die Schule nutzen könnte. „Das ergibt sich, wenn klar ist, wie viele Kinder an­gemeldet wurden und wie groß der Bedarf ist."

Quelle: Oschatzer Allgemeine Zeitung 15.02.2007