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Montag, den 05. Februar 2007 um 01:00 Uhr

Werkschulverein will mit Diakonie Grimma im September eine alternative Mittelschule starten

Herr Bieling Frau Wetzig Herr RummelNaundorf. Der Werkschulverein nimmt einen neuen Anlauf. Nachdem es den Mitgliedern vergangenes Jahr nicht gelungen ist, in Naundorf eine alternative Mittelschule zu starten, versuchen sie es zum Schuljahr 2007/2008 erneut. Diesmal mit einem Partner. Darüber sprechen Hans-Jörg Rummel, Jugendpfarrer und Vorsitzender des Naundorfer Werkschulvereins, sowie Harald Bieling, Geschäftsführer, und Ute Wetzig, Koordinatorin der Evangelischen gemeinnützigen Gesellschaft für Bildungs- und Sozialprojekte (EBS) aus Grimma im Interview.
Frage: Um einen zweiten Versuch für die Gründung einer alternativen Mittelschule zu starten, hat der Werkschulverein 2006 Kontakte mit der Gesellschaft für Bildungs- und Sozialprojekte in Grimma geknüpft, die zum Diakonischen Werk gehört. Welches ist der neueste Stand?
Hans-Jörg Rummel: Wir haben eine vertragliche Vereinbarung geschlossen und wollen das Schulprojekt auf einer neuen Basis gemeinsam neu beginnen.

Was ist der Unterschied zum ersten Versuch des Werkschulvereins?
Rummel: Das ist vor allem das professionelle Management bei Finanzen und Antragstellung von Seiten der Gesellschaft für Bildungs- und Sozialprojekte. Es ergeben sich also viele Synergieeffekte.
Welche Erfahrung hat die EBS mit der Gründung von Schulprojekten?
Ute Wetzig: Ich habe die evangelische Grundschule in Döbeln bei Grimma mitgegründet und war als Vereinsvorsitzende dort viele Jahre ehrenamtlich tätig. Ich werde die Gründung der Werkschule koordinieren, erstelle zum Beispiel das Finanzkonzept und den Antrag für die Sächsische Bildungsagentur.
Was ist der Vorteil des neuen Modells für den Werkschulverein?
Rummel: Wir als Verein können uns jetzt auf die Dinge konzentrieren, bei denen unsere Kompetenz liegt. Das sind das pädagogische Konzept, das Werben von Schülern, die Öffentlichkeitsarbeit.
Ändert sich das Konzept?
Rummel: Nein. Das schöne ist, dass unser Partner das Konzept mitträgt. Es ist weiterhin praxisorientiert, reformpädagogisch, es wird eine starke Kooperation mit der Wirtschaft geben, eine starke Schülermitbestimmung und als Angebot eine evangelische Werteorientierung.
Einer der Knackpunkte waren vergangenes Jahr die Finanzen. Sind die mit der neuen Variante sicherer?
Harald Bieling: Ja. Das Diakonische Werk verfügt als deutschlandweit agierender Verein über Verbindungen zu Banken. Der Vorteil ist, dass wir das in die Waagschale werfen können. Es wird somit eine Bankenfinanzierung geben. Wir sind dabei, auch mit Banken in der Region Gespräche zu führen.
Sind Sie also nicht mehr auf Spenden angewiesen?
Rummel: Doch. Wir versuchen weiter, Kontakte zu den Betrieben vor Ort zu knüpfen – wegen Spenden, aber auch wegen des praxisorientierten Unterrichts. Es ist ganz wichtig, dass das Projekt in der eigenen Region beheimatet bleibt.
Welcher Standort ist geplant?
Als Schulstandort haben wir Naundorf ins Auge gefasst. Wir haben einen Antrag gestellt und bereits Gespräche mit dem Bürgermeister geführt. Es gibt positive Signale und wir sind zuversichtlich, dass es klappt.
Vergangenes Jahr haben Sie sich vom Standort Naundorf wegen der verkehrstechnischen Anbindung verabschiedet. Spielt dies keine Rolle mehr?
Wetzig: Die Prüfung des Standortes hat ergeben, dass die Schülerbeförderung zwar schwieriger sein wird als in Oschatz. Es überwiegt aber, dass das Projekt von der Gemeinde akzeptiert wird, sich der Bürgermeister sehr engagiert und dass es seine Wurzeln in Naundorf hat.
Bieling: Vor allem das Engagement des Bürgermeisters beeindruckt uns und die räumlichen Möglichkeiten passen zu unserem Konzept.
Welches sind die nächsten Schritte?
Wetzig: Der Antrag bei der Bildungsagentur wird demnächst eingereicht.
Rummel: Wir beginnen nun damit, Schüler zu werben und alle Interessierten zu informieren. Für den März haben wir eine Veranstaltung geplant.
Wie sehen Sie die Chancen, bis September genügend Schüler für eine erste Klasse zusammenzubekommen?
Rummel: Ziemlich groß. Das Projekt ist nun fundierter. Und mit einem starken Partner werden die Menschen mehr Vertrauen zu uns fassen und uns ihre Kinder anvertrauen.

Quelle: Oschatzer Allgemeine Zeitung 05.02.2007