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Mittwoch, den 19. Dezember 2007 um 00:00 Uhr

Die neun Schüler der Evangelischen Werkschule führen ein Weihnachtstheaterstück auf - und die Naundorfer Tradition fort

Theaterstück die OlchisNaundorf. Es war das erste Projekt der Werkschule Naundorf - und zugleich das Anknüpfen an die Tradition der ehemaligen Mittelschule: das Weihnachtstheaterstück. das die neun Fünftklässler am Montag in der Turnhalle aufführten. „Es ist kein langes Stück, aber die Kinder haben es 100prozentig selbst gemacht", sagte Lehrerin Heike Bollmann zur Eröffnung. Außerdem freute sie sich über die vielen Gäste - rund 100 Kinder und Erwachsene waren gekommen.
Ein bisschen wie Marsmännchen sehen die vier Olchis mit ihren grünen Köpfen, von denen drei lange Hörner und eine dicke, lange Nase abstehen, aus. Vier der Werkschüler schlüpfen in die Rollen der stinkenden Wesen, die auf Müllkippen hausen, dort Ball spielen - und sich über den ersten Schnee wundern. „Wir wollen Schneeolchis bauen", rufen die kleinen Olchis. Allerdings behagt es ihnen so gar nicht, dass der Schnee den Müll verdeckt. Ohnehin riechen ihre langen Nasen am Liebsten Schimmeliges. Und Mundgeruch haben sie - "der lässt die Fliegen abstutzen", berichtet der Erzähler.
Von all dem lässt sich aber ein Menschenmädchen nicht abschrecken, das die Olchis auf ihrer Müllkippe besucht und ihnen von Weihnachten berichtet. „Was fürn Nachten, was fürn Weihn?", fragen die Olchis. Und das Mädchen erzählt von Plätzchen und dem Weihnachtsmarkt.

Das gefällt auch den grünen Wesen - mit Plastikschnipselsalat und anderen Müllprodukten machen sie sich auf den Weg dorthin. "Oh Grätenbaum, Du schmeckst so gut wie Seifenschaum", singen sie erst auf dem Markt und später auf der Wache, wohin aufgebrachte Bürger die Fremden bringen. Nur das Mädchen protestiert: "Weihnachten ist doch das Fest der Liebe."
Auf der Wache erzählt ihnen eine Polizistin die Geschichte von Maria und Josef, die keine Herberge fanden, da keiner sie haben wollte - so wie die Olchis nicht auf dem Weihnachtsmarkt bleiben durften. Als die Olchis dann erfahren, dass aber alle Menschen Jesus in der Krippe besuchen durften, wollen sie auch zum Krippenspiel - und Jesus den Plastikschnipselsalat als Geschenk mitbringen. Das überzeugt dann auch die Polizisten und anderen Menschen und sie versöhnen sich.

ZuschauerBedacht wurden die Werkschüler für ihre Vorführung mit viel Applaus. "Ich denke, der Anfang kann sich sehen lassen", meinte auch Gabriele Schneider, die stellvertretende Vorsitzende des Werkschulvereins. Damit das Weihnachtstheaterstück in Naundorf wachsen kann, überreichte Vereinsvorsitzender Hans-Jörg Rummel den neun Darstellern daraufhin kleine Eimer mit Erde und Samen.
„Es ist schön, was die Schüler in den letzten Wochen gemacht haben", sagte auch Ute Wettig vom Schulträger, der Evangelischen gemeinnützigen Gesellschaft für Bildungs- und Sozialprojekte aus Grimma. „Mich freut, dass die Theatertradition fortgesetzt wird." Volker Buschmann, dem Vorsitzenden des Naundorfer Heimatvereins, erging es ebenso. „Ich hätte aber nicht damit gerechnet, dass sie es gleich im ersten Jahr schaffen", meinte er. „Vor allem bin ich davon beeindruckt in welcher Kürze sie das Stück aus dem Boden gestampft haben. Auch die Kulissen sind sehr gelungen." Maria Mergenthaler aus Oschatz gefiel das Stück ebenfalls "sehr gut". "Es ist auch schön, dass die Kinder das Stück selbst geschrieben haben", meinte sie. "Sie haben es wirklich originell gemacht", fand Olaf Gey aus Wetitz.
Auch die Schüler selbst waren mit Begeisterung bei der Sache - auch wenn anfangs nicht alle Lust hatten, auf der Bühne zu stehen. "Es hat Spaß gemacht, und es war schön, dass wir uns das Stück selbst ausdenken konnten", erzählte die 12-jährige Lisa aus Kemmlitz. "Das Textlernen war aber schwer", meinte sie, und der 11-jährige Naundorfer Raimund pflichtete ihr bei. Der freute sich besonders über die vielen Besucher. "Ich dachte, dass weniger kommen."
Unter den Gästen war auch der Naundorfer Bürgermeister Michael Reinhardt: "Es war ein schöner Anfang", sagte er. Nun hoffe er, dass kommendes Jahr mehr Klassen auf der Bühne stehen können. Die Zeichen dafür stehen gut: Für das Schuljahr 2008/2009 gibt es bereits 20 Anmeldungen für die fünfte Klasse.

Quelle: Oschatzer Allgemeine Zeitung 19.12.2007
Fotos: Dirk Hunger OAZ