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Tradition beibehalten Drucken E-Mail
Mittwoch, den 17. Dezember 2008 um 01:00 Uhr

Fünft- und Sechstklässler der Werkschule Naundorf führen die „Regentrude“ auf

Spende für die WerkschuleNaundorf. Ein Bild fast wie zu Zeiten, als es die staatliche Mittelschule noch gab: Glühweinduft zog durch die bis auf den letzten Platz gefüllte Turnhalle, Jungen und Mädchen liefen aufgeregt umher. Am Dienstag führten die Werkschüler mit der „Regentrude“ frei nach Theodor Storm zum zweiten Mal ein Weihnachtstheaterstück auf. Damit knüpften sie an die Naundorfer Tradition des Weihnachtsmärchens an. Vom Heimatverein gab es für die evangelische Mittelschule außerdem eine Finanzspritze.
Die ersten Lacher waren dem Wiesenbauer (Max Preiß) gleich zu Beginn des Stückes sicher, als er beim Geldzählen über die Knechte jammerte: „Nur fressen und saufen können sie.“ Auch am Ende, als er schön theatralisch über das nasse Heus klagte und nur widerwillig der Hochzeit von seiner Tochter Maren und Andrees zustimmte, sorgte er für Heiterkeit.
Die Hochzeit hatte er den beiden für den Fall erlaubt, dass es in den nächsten 24 Stunden regnen würde.

Dafür mussten Maren und Andrees - dargestellt erst von Juliane König und Robert Gey, später von Theresa Reichardt und Max-Lukas Herrmann - die Regentrude finden und aufwecken, was ihnen schließlich auch gelang. Dazwischen versuchte Anna Riese als furios tanzender, wirbelnder Eckeneckepenn das zu verhindern, wurde die Bühne von Kulissenschiebern von der Wohnstube in den Wald und zurück verwandelt, tanzten die Regenjungfern elegant über die Bühne und verjagten die wilden Feuergeister, musizierten und sangen die Schüler um Lehrerin Heike Bollmann. Die kurzweilige Aufführung mit vielen engagierten Darstellern, die Sandy Sanne-Weber angeleitet hatte, wurde mit aufwändigen Kostümen und Kulissen gestaltet. 

Theaterstück RegentrudeDie Gäste dankten den Akteuren und ihren Helfern mit reichlich Beifall: „Die Interpretation des Stückes hat mir sehr gut gefallen - und dass jedes Kind eingebunden war, bei der Musik, als Schauspieler oder Kulissenschieber“, sagte die Oschatzerin Andrea Berndt. Auch Simone Wasiak, deren Tochter ab August die Werkschule besuchen soll, meinte: „Es war super.“ Schulleiter Frank Tomschin lobte die Akteure ebenfalls: „Es war eine tolle Aufführung. Danke, dass ihr so ein tolles Team sein.“ Die Schüler waren ebenfalls zufrieden: „Es hat Spaß gemacht, und es war besser als letztes Jahr, weil mehr Leute mitgemacht haben“, meinte Robert Gey aus Wetitz. „Bei der ersten Szene haben manche ihren Text vergessen, aber sonst hat alles geklappt“, sagte Theresa Reichardt aus Pulsitz.
Beifall gab es auch für den Naundorfer Heimatverein: Der Vorsitzende Volker Buschmann und seine Stellvertreterin Beate Schurich überreichten Frank Tomschin für den Physikunterricht ein Tellurium - ein Modell von Sonne, Mond und Erde, an dem unter anderem eine Sonnenfinsternis erklärt werden kann - sowie einen Scheck über 2160 Euro. Damit kann das Schulgeld für drei Kinder jeweils für ein Jahr gezahlt werden. „Wir möchten, dass hier viele Kinder zur Schule gehen“, erklärte Buschmann. Das Geld stamme aus den Einnahmen des Vereins zum Beispiel beim Weihnachtsmarkt. „Es ist also Ihr Geld, das wir hier übergeben“, sagte er zu den Zuschauern, unter denen viele Naundorfer waren. Die hatten in der Weihnachtszeit schon auf das Theaterstück gewartet, wie Beate Schurich meinte: „Wir Naundorfer freuen uns alle, dass die Tradition beibehalten wird.“

Quelle: Oschatzer Allgemeine Zeitung vom 18.12.2008
Fotos: Sven Bartsch OAZ