Startseite Presse 2008 Mehr Leben in der Werkschule
Mehr Leben in der Werkschule Drucken E-Mail
Donnerstag, den 25. September 2008 um 01:00 Uhr

20 Jungen und Mädchen lernen in der fünften Klasse - sechs kommen aus Gemeinde Naundorf

Klasse 5 2008Im Dorfleben wird es noch zu spüren sein, in der Schule und im Pausenhof merkt man es längst: In der Evangelischen Werkschule Naundorf ist mit den 20 neuen Fünftklässlern mehr Leben eingekehrt. Als vergangenes Schuljahr in den Räumen der ehemaligen staatlichen Mittelschule erst neun und dann elf Jungen und Mädchen die Schulbank drückten, ging es dort ruhiger zu. „Es ist schön wie es jetzt ist, weil in eine Schule Leben gehört“, sagt Schulleiter Frank Tomschin.
Alt, groß, oval - Carmen Schneider nennt die Adjektive, die in dem Text auf einem Arbeitsblatt geschrieben stehen. Und Klassenlehrerin Linda Jelinek nickt. Was Adjektive sind, gehört zu den Dingen, die die Mittelschüler in ihren ersten Wochen gelernt haben. Aus Calbitz, Luppa, Thalheim, Klingenhain und Schrebitz kommen die 20 Jungen und Mädchen der fünften Klasse nach Naundorf. Sechs von ihnen sind in der Gemeinde zu Hause.

Den kürzesten Schulweg hat der Naundorfer Elias Hellinger, der einzige Schüler aus dem Ort selbst. Weil die Schule so nah ist, hat er sich für sie entschieden. Etwas weiter haben es Juliane König aus Hof und Laura Heide aus Hohenwussen, die sich bereits aus der Schlossschule Hof kennen. „Mir gefällt die Schule. Hier sind nicht so viele Kinder wie in Stauchitz“, berichtet die Hoferin. Laura Füssel aus Casabra hat sich ebenfalls für die Werkschule entschieden, weil sie so nah und klein ist.
Auch wenn sie immer noch klein ist, ist die Werkschule doch gewachsen: Die Schülerzahl hat sich im Vergleich zum Vorjahr verdreifacht, neue Klassen- und Werkräume wurden eingerichtet. „Letztes Jahr war es hier doch ein bisschen ruhig, jetzt ist es hier viel lebhafter“, freut sich Linda Jelinek.
Das gilt auch für die Turnhalle, die die Werkschüler ebenfalls nutzen. Dem SV Traktor Naundorf, der die Halle betreibt, hat dies 20 neue Mitglieder beschert. Vereinsvorsitzender Frieder Schlicke rechnet damit, dass diese noch aktiver werden. Denn mit Schulleiter Tomschin habe er bereits Gespräche darüber geführt, Volleyball und Unihockey als Arbeitsgemeinschaften in einer neuen Altersklasse passend für die Fünftklässler anzubieten.
Auch Annett Erdmann, die Leiterin der Öko-Station, will noch Kontakte zu den neuen Schülern und dem Schulleiter knüpfen. „Dann wollen wir auch über gemeinsame Projekte sprechen.“ Bisher, so berichtet sie, habe sie diese erst ein- bis zweimal im Ort gesehen.
Dem Naundorfer Heimatvereinsvorsitzenden Volker Buschmann sind die neuen Fünfer im Ort zwar noch nicht aufgefallen. Er ist sich aber sicher, dass sich dies spätestens beim Weihnachtsmarkt ändern wird - und wenn die Werkschüler wieder ein Weihnachtstheaterstück aufführen. Er betont: „Wir haben uns sehr über die 20 neuen Schüler gefreut. Sie sind ein gutes Zeichen dafür, dass es mit der Schule weitergehen wird und dass sich der Anfang mit neun Kindern gelohnt hat.“

Foto: Dirk Hunger