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Donnerstag, den 10. Juli 2008 um 01:00 Uhr

Evangelische Werkschule Naundorf feiert ersten Geburtstag / 19 Anmeldungen fürs neue Schuljahr

Träger- und LehrervertreterNach dem zweiten Anlauf ging es vergangenen September mit neun Schülern los. Am Freitag geht das erste Schuljahr der Evangelischen Werkschule Naundorf mit elf Schülern zu Ende. Vertreter von Schule, Werkschulverein und dem Träger, der Evangelischen gemeinnützigen Gesellschaft für Bildungs- und Sozialprojekte (EBS) aus Grimma, ziehen Bilanz und blicken voraus auf das zweite Schuljahr. Es gibt bereits 19 Anmeldungen.
„Ich freue mich, dass wir das erste Schuljahr sogar mit einem kleinen Zuwachs von zwei Schülern gut überstanden haben", sagt Hans-Jörg Rummel, bis vor kurzem Vorsitzender des Werkschulvereins. Die Gründung der Werkschule habe ihm klar gemacht „dass man Dinge ruhig wagen soll, die auf den ersten Blick unmöglich scheinen". Dies sei aber nur gelungen, weil sich viele Menschen gemeinsam engagiert hätten. Mit Blick auf die Zukunft wünscht er sich „dass der Werkschulverein noch viele neue Mitglieder bekommt und mehr Menschen die Schule finanziell unterstützen".
Auch die stellvertretende Vereinsvorsitzende Gabriele Schneider hofft, dass sich vor allem mehr Eltern als bisher im Verein mit seinen derzeit 15 Mitgliedern engagieren. Sie betont: „Nachdem wir unseren Traum schon fast begraben hatten, denke ich, ist das erste Jahr ganz gut gelaufen." Allerdings hätte sie nicht gedacht, „wie schwierig es ist, Lehrer für die Werkschule zu finden". Die Gründe dafür sieht sie in den alternativen Lehrmethoden und in der fehlenden Sicherheit: Die Schule ist noch nicht staatlich anerkannt – das ist erst nach drei Jahren möglich.

Schüler und Eltern hätten sich auf die Lehrmethoden hingegen sehr gut eingelassen, so Schneider. Für kommendes Schuljahr sei ihr wichtig, dass die Aufgaben von Verein und Schule klarer geregelt werden.
Zum erfolgreichen ersten Jahr hätten Lehrer, Eltern, Werkschulverein, Gemeinde und Firmen ihren Beitrag geleistet, sagt Ute Wetzig von der EBS. Es sei kein Unterricht ausgefallen, und für die kommende 5. Klasse würden bereits 19 Anmeldungen vorliegen. Die neuen Fünftklässler werden das jetzige Lehrerzimmer im Erdgeschoss beziehen. Das wurde bereits eingerichtet, das neue Lehrerzimmer im ersten Stock ebenfalls, so Wetzig. In den Ferien solle das Physik- und Elektrokabinett hergerichtet werden.
Inhaltlich wurden für Wetzig in dem ersten Jahr die Grundbausteine gelegt, auf denen nun das Konzept weiterentwickelt werden müsse – „das dauert aber Jahre", betont sie. Für das kommende Schuljahr sei unter anderem geplant, das Ganztagsangebot weiter auszubauen. Wetzig ist zuversichtlich, dass der Antrag auf Fördermittel bewilligt wird, den sie dafür bei der Bildungsagentur gestellt hat. Mit dem Geld soll unter anderem eine Schülersternwarte eingerichtet, die Schuldruckerei ausgebaut und ein Biotop angelegt werden. Bei all diesen Dingen würde Wert auf die Verbindung von Theorie und Praxis gelegt, betont sie.
Auf das neue Biotop freut sich auch Linda Jelinek, die die Schulleitung im August an Frank Tomschin, Lehrer aus Sachsen-Anhalt, abgeben wird. „Wir werden dort ein grünes Klassenzimmer mit Baumstämmen als Sitzgelegenheiten einrichten", erzählt sie.
„Ich freue mich auch schon auf die neuen Eltern und Kinder", sagt deren künftige Klassenlehrerin. Die neuen sollen so wie die jetzigen Werkschüler Mitglieder im SV Traktor Naundorf werden. Die Zusammenarbeit mit dem Verein solle zudem gestärkt werden. Festhalten will Jelinek auch im zweiten Jahr der Werkschule an einer Naundorfer Tradition: der Aufführung des Weihnachtstheaterstückes.

Quelle: Oschatzer Allgemeine Zeitung vom 10.07.2008
Foto: Sven Bartsch