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Donnerstag, den 11. Juni 2009 um 07:36 Uhr

Tanzen wie die SchottenTanzen wie die Schotten, war das Thema in der Werkschule Naundorf, schreibt Natasha G. Allner

Uta Riese, Leiterin der Volkstanz-Werkstatt, lud am 2. Juni in die Werkschule Naundorf zum Schottischen Tanz. Aus Oschatz, Limbach, Schweta und Mahlis waren Tanzlustige gekommen, um bei Stuart Wilson aus Edinburgh Tänze wie „Strip the willow“, „Dashing white sergeant“ oder „Gay gordons“ zu lernen.

„Hacke, Spitze, Hacke, Spitze“, ruft Stuart Wilson in den Raum und bewegt seine Füße, die in schwarzen Schuhen und weißen Kniestrümpfen stecken, entsprechend. Zurückkommt ein zweiundzwanzigfaches Echo.

Dann demonstriert der Mann im Schottenrock weitere Schritte mit Tanzpartnerin Uta Riese. Sie lädt normalerweise am ersten Montag des Monats in die Evangelische Werkschule Naundorf zur Volkstanz-Werkstatt ein. Aufgrund des Feiertages ist es diesmal Dienstag geworden und weil der Freund aus Edinburgh zu Gast sei, liegt der Schwerpunkt auf Schottischem Tanz. „Das Spektrum ist sonst breiter, wir tanzen auch griechische, israelische oder finnische Volkstänze“, erklärt Uta Riese.

Der Tanztherapeutin ist wichtig, dass die Treffen ihren Werkstattcharakter beibehalten: „Damit die Tänze auch anwendbar sind, beispielsweise bei Hochzeiten“. Zunächst war der Tanzabend für Eltern mit Kindern aus der Werkschule Naundorf und der Apfelbaumschule Schweta gedacht, doch mittlerweile „ist der Abend offen für alle tanzfreudigen Leute“, so Riese. Freude am Tanzen, so berichtet Stuart Wilson, bekam er als Kind bereits in der Schule vermittelt. Dort gehöre Volkstanz zum Programm.

Später gehen die Schotten regelmäßig und vor allem wenn sie Besuch bekommen zum „Ceilidh“. Das Wort ist dem Gälischen, einer keltischen Sprache, entlehnt und bedeutet in etwa „Tanz“. „Ceilidh“ ist eine gute Gelegenheit den traditionellen Schottenrock auszuführen. Vom Kilt ist übrigens die Clan-Zugehörigkeit abzuleiten. Wilson, im Berufsleben Informatiker, trägt einen mit Campbell-Muster, zu erkennen an den blau-grün-gelben Farb- und Karostrukturen und dazugehörige Accessoires wie Kilttasche, Gürtel, kleiner angesteckter Dolch sowie ein informelles Hemd. Der Edinburgher mag viele Tänze, einer seiner Favoriten aber ist „Strip the willow“.

Dieser wird immer als letzter Tanz gespielt. Der Eröffnungstanz dagegen ist immer „Gay gordons“. Trotz aller traditioneller Strenge sollen die Tänze vor allem eins: Spaß machen. Und davon gibt es jede Menge.

Dann, wenn sich der eine oder andere Tanzpartner verheddert oder Füße eines Dritten im Wege sind. Doch Stuart Wilson beharrt darauf: „Alle Tänze sind für Anfänger geeignet und ziemlich einfach.“ Der Humor reicht bis ans Ende des Abends. Die meisten der Fenster des sonstigen Speiseraumes stehen offen und fast alle Wasserflaschen sind geleert.

Ein Blick in die Runde zeigt verschwitzte, aber glückliche Gesichter, auch wenn es die nächste Volkstanz-Werkstatt erst im neuen Schuljahr geben wird.

Quelle: Oschatzer Allgemeine Zeitung 11.06.2009