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Kleine Schule mit praktischer Orientierung Drucken E-Mail
Montag, den 02. März 2009 um 01:00 Uhr

SchülerexperimentVolles Haus herrschte am Sonnabendvormittag in der evangelischen Werkschule Naundorf. Schulleiter Frank Tomschin zeigte sich angenehm überrascht vom großen Interesse der Eltern und Viertklässler, die auch aus den Nachbarkreisen zum Tag der offenen Tür angereist waren.
Konzentriert schaut Josefin durch das Okular des Mikroskops im Physikkabinett. „Da ist eine aufgeschnittene Wurzel zu sehen“, sagt die Zehnjährige. Noch lernt sie in der Grundschule Schönnewitz. „Wir wollen rausfinden, welche Schule ihr am meisten zusagt“, sagt ihre Mutter Anke Möbius aus Schönnewitz. Zusammen mit ihrer Tochter hat sie sich bereits die Mittelschule und das Thomas-Mann-Gymnasium in Oschatz angeschaut. Die Naundorfer Werkschule kommt in die engere Wahl. „Die kleine Schule macht einen sehr persönlichen Eindruck, das gefällt mir“, sagt Anke Möbius, die sich mit ihrer Tochter auch die Druckerei und das Computerkabinett anschaute.
Schulleiter Frank Tomschin betreut zum Tag der offenen Tür das Physikkabinett. Zusammen mit Schülern der fünften und sechsten Klasse hat er hier eine Luftkissenbahn mit Lichtschrankenanlage aufgebaut.

Praktisch erfahren die Schüler so, wie das Weg-Zeit-Gesetz funktioniert. „Wir bieten einen Unterricht, in dem die Schüler den Stoff durch eigenes Anfassen und auch durch Fehler begreifen“, sagt Tomschin. Die neunjährige Sarah Böhmert aus Oschatz hört dem Schulleiter zusammen mit ihren Eltern André und Jacqueline interessiert zu. „Was ist, wenn ein Kind nicht getauft ist?“, will Jacqueline Böhmert wissen. Schließlich handele es sich ja um eine evangelische Schule. „Es wird von keinem Kind verlangt, Christ zu werden oder so zu tun“, betont der Schulleiter. Die Kinder müssten sich nicht an den Gebeten beteiligen. Für Sarah, die derzeit die Magister-Hering-Grundschule in Oschatz besucht, spielt die kirchliche Ausrichtung der Schule auch nicht die Hauptrolle. „Die Lehrer sind nett“, sagt sie. Und ihr Vater André Böhmert sagt: „Wir suchen eine Alternative zur großen Mittelschule in Oschatz. Und der erste Eindruck hier ist überzeugend.“
Gemeinsame Gebete sind nicht die einzige Besonderheit der freien Werkschule. Die Eltern müssen 60 Euro Schulgeld im Monat für ihre Kinder zahlen. Und die Wochenstundenzahl ist größer als an staatlichen Schulen.
Wie geht es mit der Werkschule weiter? „Im nächsten Schuljahr beantragen wir die staatliche Anerkennung und hoffen, sie im übernächsten Schuljahr zu bekommen“, so Schulleiter Tomschin.

Quelle: Oschatzer Allgemeine Zeitung vom 02.03.2009
Foto: OAZ