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Mittwoch, den 13. Januar 2010 um 09:02 Uhr

Projekt der Werkschule Naundorf setzt auf Theorie und Praxis

Die Schülerinnen und Schüler der evangelischen Werkschule Naundorf probieren sich in verschiedenen Workshops aus.Drei spannende Tage für die Naundorfer Werkschüler finden heute ihren Abschluss. Unter dem Motto „Miteinander wachsen“ beschäftigten sich die Jungen und  Mädchen der Klassen 5 bis 7 mit sich selbst, ihren Mitmenschen und ihrer Zukunft. Jedem dieser Komplexe war seit Montag ein Unterrichtstag gewidmet. Laut Initiator Hartmut Günther steht dabei im Vordergrund, den Kindern gesellschaftliche Werte zu vermitteln und ihnen zu helfen, ihren Alltag nach dem Schulabschluss zu gestalten.

Schulleiterin Ruth Möbius ist froh, für die Koordination des Projektes Hartmut Günther gewonnen zu haben. „Er war lange Zeit in der evangelischen Jugendarbeit tätig und bringt dafür ideale Voraussetzungen mit“, begründet sie. Inzwischen ist Günther in die Männerarbeit „gewechselt“.

Allen Projekten, aus denen die rund 50 Schüler wählen können, ist eines gemein: Nach einem zweistündigen theoretischen Seminar, in dem zumeist Pädagogen mit den Kindern sprechen, werden in verschiedenen Workshops praktische Inhalte vermittelt. Über vier Stunden hinweg gehen die Kinder auf Entdeckungsreise und erkunden unter anderem die bunte Welt der Medien, studieren ein Theaterstück ein, tanzen oder betätigen sich auf andere Art und Weise künstlerisch. Am zweiten Tag steht dann der Umgang mit anderen Menschen im Mittelpunkt. Hier gilt es neben dem Ausprobieren von Gesellschaftsspielen auch zu diskutieren: Über Konflikte, Ängste, Probleme und wie man sie bewältigt.

Der  Wermsdorfer Pfarrer Rico Riese und andere Initiatoren haben das Projekt gemeinsam mit der Schulleitung auf den Weg gebracht. Heute werden die Kinder beweisen,  was sie mitgenommen haben. Dann gilt es, sich in einem großen Planspiel in der Turnhalle zu beweisen. Ausgangspunkt für das Spiel ist eine Gefangenensituation, aus der die Schüler nur herauskommen, wenn sie miteinander agieren und gemeinsam nach Lösungen suchen. „Dafür wird es such notwendig sein, Kompromisse einzugehen“, erklärt Riese. Wenn dieses Ziel erreicht wird, dann war das Projekt ein Erfolg. Neben der Reflexion über das eigene Dasein und die Zukunft sollen auch die Sinne angesprochen werden. Dies passiert in der Regel in den praxisorientierten Workshops.

Der Workshop „Das sieht gut aus“ am ersten Projekttag wurde mit Hilfe des Oschatzer Fotografen Dirk Hunger umgesetzt. Hunger, der auch für diese Zeitung fotografiert, brachte den Schülern die wichtigsten Handgriffe bei, um ein perfektes  Foto zu machen. „Jedes Foto soll etwas aussagen.  Wenn man die Ereignisse und Eindrücke in seinem Umfeld einfangen will, muss man vor allem schnell sein. Außerdem gehört Kreativität und Improvisation dazu“, erklärt Hunger. Bei einem Rundgang durch Schulhaus und Ort durften die Kinder dann unter Hungers Anleitung selbst auf den Auslöser drücken.


Christian Kunze

Quelle: Oschatzer Allgemeine Zeitung 13.01.2010