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Montag, den 01. März 2010 um 08:16 Uhr

Zum Tag der offenen Tür an der Werkschule in Naundorf Informationen über Konzeption

Leicht zu erkennen an ihren lilafarbenen T-Shirts: Die Schülerinnen und Schüler der Werkschule führen Besucher durch die Räume.

Gemeinsam, angstfrei und individuell lernen. So lautet das Motto der Evangelischen Werkschule Naundorf. Was das bedeutet, davon konnten sich am Sonnabend Eltern und künftige Schüler ein Bild machen. Beim Tag der offenen Tür wurde die Schulkonzeption vorgestellt, die seit Ende der Winterferien nicht mehr nur auf dem Papier existiert.

Das Symbol der Werkschule prangte auf ihrer Brust, wie Lotsen begleiteten sie die Besucher durch die Räume. Die Schülerinnen und Schüler der evangelischen Werkschule Naundorf waren an ihren lilafarbenen T-Shirts sofort als solche erkennbar. Neben der Schulleitung und Vertretern des Werkschulvereins gestalteten die Jungen und Mädchen den Tag der offenen Tür am Sonnabend mit.

Aus den Kinderschuhen herausgewachsen ist das Konzept der Werkschule, das nach Monaten in der Schublade seit einer Woche praktisch vorangetrieben wird. „Nach zwei Jahren Theorie starten wir nun endlich damit durch“, freute sich Schulleiterin Ruth Möbius.

„Wir können und wollen die Schüler von heute nicht mit Methoden von gestern auf die Welt von morgen vorbereiten.“ Diese Erkenntnis ist Ausgangspunkt der Arbeit in Naundorf. Künftig lernen die Werkschüler in Seminaren, Kursen und Projekten. Ersetzt wird der Frontalunterricht nahezu vollständig durch eine geänderte Tagesstruktur. Zwar wird den Schülern in den Seminaren wie bisher das Wissen in allen Fächern vermittelt, für die Festigung und Umsetzung sind sie aber weitestgehend selbst verantwortlich. „Der Lehrer ist nicht mehr Bestimmer, sondern Begleiter für die Schüler“, sagt Ruth Möbius. Im Anschluss an die Seminare wird das neue Wissen in Kursen gefestigt und in den Projekten anhand praktischer Beispiele erlebbar gemacht. Neu ist auch der Rahmen, in dem gelernt wird. Anstelle des Klassenverbandes rücken altersgemischte Gruppen.

Zusätzlich zum individuellen Stundenplan erhält jeder Schüler ein Kompetenzraster, das die Fortschritte in den einzelnen Fächern dokumentiert. „Hier kann dann auch der Lehrer überprüfen, welche Fortschritte die Kinder gemacht haben und wo es noch Nachholbedarf gibt“, erklärt Ruth Möbius. Hausaufgaben gehören ebenso der Vergangenheit an. „Pflichtaufgaben werden nicht erteilt. Die einzige außerschulische Aufgabe ist die selbstständige Vorbereitung auf den nächsten Schultag“, so die Schulleiterin.

Bildunterschrift: Leicht zu erkennen an ihren lilafarbenen T-Shirts: Die Schülerinnen und Schüler der Werkschule führen Besucher durch die Räume.
Foto: Sven Bartsch

Quelle:Oschatzer Allgemeine Zeitung 01.03.2010