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Mittwoch, den 16. Februar 2011 um 20:24 Uhr

Schüler der evangelischen Werkschule Naundorf absolviert Praktikum in Jahna

Antje Krieger unterstützt Vincent Reichardt bei der Auswertung von Fragebögen. Der Schüler der Werkschule Naundorf absolvierte sein Praktikum bei Agricon.

Die Schüler der evangelischen Werkschule in Naundorf brauchen für ihre Praktika Unternehmen der Region. Oftmals suchen diese zukünftige Mitarbeiter. Schnuppertage und praktische Arbeit in den Firmen sind Möglichkeiten des gegenseitigen Kennenlernens, das beide Seiten zukünftig nutzen können. Vincent Reichardt aus Pulsitz absolvierte im letzten halben Jahr seine Werkstatt-Tage bei dem Unternehmen Agricon in Jahna.

„In den letzten zwei Jahren schalten wir vermehrt Anzeigen, werben um Agrarwissenschaftler und Agraringenieure. Es gehen generell weniger Bewerbungen ein“, sagt Antje Krieger. Die Marketingchefin bei Agricon zeichnet eine düstere Zukunft: Das innovative Unternehmen selbst bildet nicht aus, braucht aber Fachkräfte. „Wir merken den Mangel schon jetzt stark. Der Markt ist wie leer gefegt.“ Scheinbar ist der Beruf wenig attraktiv, dabei aber einer mit Zukunft und hoch interessant für junge Leute, so Krieger weiter. Das Unternehmen versucht anhand von Praktika dem Trend gegenzusteuern.

Einer, der die Chance nutzte, ist Vincent Reichardt. Er besucht die achte Klasse der Werkschule in Naundorf. Zum Schulkonzept gehört, dass die Schüler so genannte Werkstatt-Tage losgelöst vom Unterricht absolvieren. Das sind Tagespraktika, die sich über ein Schulhalbjahr verteilen und alle 14 Tage stattfinden. „Wir suchen uns ein Unternehmen in der Region aus, das interessant ist“, erzählt Vincent. Im vorangegangenen Schulhalbjahr war er bei der Agrar AG in Ostrau. „Ich wollte ein landwirtschaftliches Unternehmen einmal aus anderer Perspektive kennen lernen und beispielsweise auch einen Einblick in Marketingabteilung und Büro bekommen, weil ich später vielleicht in Richtung Bankwesen gehe“, so der Schüler.

An seinem letzten Tag im Jahnaer Unternehmen wertete er Fragebögen aus, die bei Veranstaltungen zum Precision Farming ausgelegt worden. „Vincent ist schnell, der schafft das heute“, glaubt Antje Krieger. „Normalerweise sind unsere Praktikanten Studenten, die können wir eher praktisch einsetzen“, ergänzt Krieger.

Aufgaben für Vincent Reichardt fanden sich im Büro. Außerdem hat der Werkschüler die Verpackungs- sowie die Versandabteilung und die Werkstätten besucht. Dort durfte er sogar ganz praktisch arbeiten: „Ich habe geschraubt und gelötet, vorrangig Stecker und Kabel für GPS-Technik.“

An sich findet Antje Krieger die von Vincent gewählte Kombination Agrar AG - Agricon für das Praktikum gut: „Das Ostrauer Unternehmen nutzt Technik, die wir entwickelten, wie den Stickstoffsensor.“ Außerdem denke man bei Landwirtschaft nicht in erster Linie an Büro, so aber konnte der junge Praktikant an seinem Werkstatt-Tag von neun bis 15 Uhr eine ganz andere Seite kennen lernen.

Vincent Reichardt nimmt aus seinem Praktikum jede Menge Wissenswertes mit: wie Düngung funktioniert, welche Abläufe im Büro zu erledigen sind und wie ein Unternehmen überhaupt funktioniert. „Ich würde hier wieder ein Praktikum machen“, resümiert der 14-Jährige. Und Antje Krieger erklärt: „Ich hätte ihn gern einmal mit aufs Feld fahren lassen. Wenn wir wieder zusammenkommen, dann sicher zu einer anderen Jahreszeit.“

Bildunterschrift: Antje Krieger unterstützt Vincent Reichardt bei der Auswertung von Fragebögen. Der Schüler der Werkschule Naundorf absolvierte sein Praktikum bei Agricon.
Foto: Allner
Quelle: Oschatzer Allgemeine Zeitung 16.02.2010