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Montag, den 27. Juni 2011 um 14:30 Uhr

Achtklässler aus Naundorf auf Betriebserkundung in der Buchbinderei Johst in Wermsdorf

: Geschäftsführer Thomas Johst zeigt den Schülern der Klassenstufe 8 wie ein Prägehalbautomat funktioniert.

Wie Kalender hergestellt, Bücher gebunden und restauriert werden und welche Technik dabei zum Einsatz kommt, zeigte Thomas Johst von der gleichnamigen Wermsdorfer Buchbinderei gestern Schülern der evangelischen Werkschule Naundorf bei ihrer Betriebserkundung.

Ein Gabelstapler fährt eine Palette voller Papierbögen aus dem Lager, Jungen und Mädchen treten zur Seite, um ihm Platz zu machen. Die Achtklässler der Werkschule und Leiterin Ruth Möbius lauschen den Worten des Geschäftsführers Thomas Johst. „Wir haben selbst einen Fragenkatalog erarbeitet und hoffen heute mehr über das Berufsbild, den Betrieb und die Geschichte der Buchbinderei zu erfahren“, sagt Max Lukas Herrmann aus Malkwitz. Und Mitschüler Raimund Däbritz aus Naundorf ergänzt: „Aus den gesammelten Fakten entsteht dann ein Bericht, den wir allerdings in Englisch verfassen werden.“

Der Rundgang ist Teil des vernetzten Unterrichts. Neben dem Wermsdorfer Unternehmen lernen Schüler auch den Kindergarten „Unterm Regenbogen“ und den Metall- und Maschinenbau Döring in Oschatz kennen. „Das sind die ersten praktischen Schritte zur Berufsorientierung für die Schüler“, sagt Ruth Möbius.

Thomas Johst hält sich nicht lange mit Theorie auf. Nach zehn Minuten durchschreiten die Jungen und Mädchen bereits die Produktionsbereiche der Buchbinderei. „Leider sind heute nicht alle Maschinen in Bewegung, so dass ihr nicht jeden Zweig praktisch erfahren könnt“, sagt er. Aber die Erläuterungen des Geschäftsführers sind nicht minder spannend als das, was die Schüler mit eigenen Augen verfolgen können.

Wie die einzelnen Seiten eines Hausaufgabenheftes geprägt und gefalzt werden, können die Werkschüler ebenso beobachten wie die einzelnen Arbeitsschritte, die für eine Ringbuchbindung notwendig sind. Nebenbei liefert Thomas Johst praktische Tipps für die Berufsorientierung: Welche Kenntnisse aus der Schule sind besonders wichtig? Welche Berufschancen bietet das Unternehmen? „In den zurückliegenden Jahren haben wir regelmäßig Buchbinder ausgebildet. Im derzeitigen Jahrgang fand sich jedoch kein geeigneter Bewerber, der die entsprechenden Voraussetzungen mitbrachte“, räumt Johst ein.

Max Lukas Herrmann und Raimund Däbritz haben nach dem Rundgang viel über das Buchbinderhandwerk gelernt. Beruflich wollen sich beide jedoch anders orientieren. „Ich möchte später unbedingt mit Nutztieren arbeiten, wahrscheinlich in der Landwirtschaft“, sagt Max. Und Raimund sieht sich nach der Schule am PC. „Programmierer ist mein Traumberuf, mit der Technik habe ich mich während der Theateraufführungen der Schule bereits beschäftigt.“

Foto: Dirk Hunger
Text: Christian Kunze

Quelle: Oschatzer Allgemeine Zeitung vom 25./26.06.2011