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Mittwoch, den 05. Oktober 2011 um 09:24 Uhr

Uta Rieses Volkstanzwerkstatt bringt tanzinteressierte Menschen zusammen / Obolus als Spende für Evangelische Werkschule

Im Kreis, paarweise oder einzeln - Volkstanz hat viele Facetten. Diese kennen zu lernen, lädt Uta Riese regelmäßig in die Werkschule nach Naundorf ein. Foto: S. Bartsch

Miteinander in Bewegung kommen" lautet das Motto von Uta Rieses Volkstanzwerkstatt. Seit Beginn des neuen Schuljahres lädt die Lehrerin und Tanztherapeutin dazu wieder in die freie evangelische Werkschule nach Naundorf ein. Im Jahr 2008 als Möglichkeit der Begegnung zwischen den Eltern der Werkschule und der freien evangelischen Grundschule "Apfelbaum" geplant, findet die Werkstatt inzwischen auch weitere Interessenten.

Mit ihrem Angebot möchte die Mahliserin dafür sorgen, dass die Menschen sich kennen lernen und ihrer Freude an Bewegung zusammen Ausdruck verleihen können. "Wer mitmachen will, muss kein Profitänzer sein, im Gegenteil, hier treffen sich fast ausschließlich Laien", sagt sie.

Jeden vierten Montag im Monat ab 20 Uhr finden sich Interessenten im Bau der ehemaligen Mittelschule in Naundorf zusammen. "Mit dem Wachsen der Werkschule wird es für uns schwieriger, geeignete Räume zu finden. Deshalb ist die Anzahl der Teilnehmer auch begrenzt", sagt Uta Riese. Die 15 sei eine gute Zahl, für Paartänze brauche es natürlich eine gerade Zahl an Teilnehmern.

Mit ihrer Arbeit möchte Uta Riese die Werkschule in Naundorf unterstützen. Sie ist Vorsitzende des Werkschulvereines und bittet jeden, der sich in der Tanzwerkstatt einbringt, um eine kleine Spende. "Zwei oder drei Euro reichen da schon aus". Und immer wenn ein Hunderter zusammenkommt, überreicht ihn Uta Riese der Schulleitung. Zuletzt wurden durch die Tanzwerkstatt Fachbücher und neues Material für den Chemieunterricht ermöglicht.

Getanzt wird einmal im Monat schottisch, griechisch, israelisch, englisch oder russisch. Das Repertoire ist groß, hin und wieder bringen Teilnehmer auch Tänze zum Ausprobieren mit. "Davon leben unsere Abende, nicht umsonst soll es eine Werkstatt sein", so Uta Riese. Noch nicht gewagt hat sie sich bisher an afrikanische Rhythmen. Aber vielleicht bringt einer der bis zu 30 regelmäßig beteiligten Männer und Frauen mal einen Tanz vom schwarzen Kontinent mit ein. Zwischen 20 und 60 seien die Mittänzer alt, da gebe es jede Menge Potenzial. Im Idealfall, so Uta Riese, nehmen die Laientänzer aus Oschatz, Döbeln, Grimma und Wermsdorf auch die ein oder andere Tanzidee mit nach Hause, um sie dann bei Festen und Familienfeiern selbst auszuprobieren und weiter zu geben.

Getan hat dies bereits Henri Walter mit seiner Frau. Er ist mit ihr seit dem vergangenen Schuljahr regelmäßig bei den Tanzabenden. "Die Werkstatt hilft enorm beim Entspannen und Abschalten vom Alltag, deshalb sind wir so oft wie möglich da", so der Oschatzer. Nachdem er von seiner Frau dazu überredet wurde, schätzt er nun das Lockere und Ungezwungene, was die Werkstatt bietet. "Beim Standardtanz geht es immer so steif zu, das ist hier ganz anders", freut sich der 46-Jährige. Männer sind bei den Besuchern im Übrigen stets in der Unterzahl.

Beim jüngsten Tanzabend erstmals dabei war Melanie Schreiber aus Schweta. "Ich liebe Volkstanz", sagt sie voll Begeisterung. Bisher musste sie dafür mit Gleichgesinnten in größere Städte fahren. Nun wurde sie beim Einkauf in Mügeln auf den Flyer der Tanzwerkstatt aufmerksam und zögerte nicht lange. Seit der Geburt ihrer Tochter fehle für weitere Ausflüge die Zeit. "Vielleicht kann ich mir Anregungen für später holen", hofft sie und meint damit, dass sie selbst gern tiefer in die Tanzpädagogik einsteigen und selbst Abende anbieten will.

Foto: S. Bartsch
Text: Christian Kunze

Quelle: Oschatzer Allgemeine Zeitung vom 05.10.2011