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Werkschule sucht neue Pädagogen Drucken E-Mail
Freitag, den 17. Februar 2012 um 14:56 Uhr

Sachsens Kultusminister Roland Wöller (CDU) steht wegen Alleingängen in der Personalplanung weiter in der Kritik. Der Lehrermangel in Sachsen wirkt sich indes jedoch nicht nur auf staatliche, sondern auch auf freie und private Schulen der Region aus.

Laut Uta Riese ist die Evangelische Werkschule Naundorf derzeit zwar gut mit Lehrkräften ausgerüstet, alle notwendigen Stellen sind besetzt. "Für eine kontinuierliche Arbeit in allen Klassenstufen brauchen wir aber künftig mehr fest angestellte Pädagogen, um wichtige Fächerkombinationen abzudecken", erklärte die Vorsitzende des Evangelischen Werkschulvereins. Vor allem in den Fächern Geschichte und Geografie treffe dies zu. Auch der Französischunterricht werde derzeit durch den Einsatz von Honorarkräften bewerkstelligt.

Schulleiterin Ruth Möbius nennt zudem den naturwissenschaftlichen Lernbereich als "Sorgenkind". Mathematik, Physik, Biologie und Chemie könnten in Kombination von einer Kraft wahrgenommen optimal angeboten werden, weil die Unterrichtsvorbereitung aus einer Hand käme.

Grundsätzlich sei man froh über jede Bewerbung, sagt Uta Riese. Neben fachlicher Qualifikationen der Bewerberinnen und Bewerber sei wichtig, dass Pädagogen und Referendare das Konzept der staatlich anerkannten Mittelschule akzeptieren, es mittragen und auch den Unterricht danach ausrichten. "Ideal wären dafür natürlich Bewerber mit einem Montessori-Abschluss", so die Mahliserin.

Grundsätzlich sieht Uta Riese für freie Schulen mehr Möglichkeiten als an staatlichen Einrichtungen, wenn es um die Werbung von neuem Personal geht. "Wir haben Universitäten im gesamten ostdeutschen Bundesgebiet angeschrieben und dort auch Aushänge gemacht", nennt sie ein Beispiel dafür. Eine gezielte Werbung in den alten Bundesländern hält die Vereinsvorsitzende dagegen für wenig sinnvoll und führt dafür vor allem Unterschiede in der Bezahlung an. "Kräfte an freien Schulen bekommen ohnehin schon weniger als an staatlichen Einrichtungen. Dazu kommt das Lohngefälle zwischen Ost und West." Somit gäbe es kaum Anreize für Lehrer oder Referendare aus dem Westen, in die neuen Bundesländer zu kommen.

Quelle: Oschatzer Allgemeine Zeitung 17.02.2012