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Dienstag, den 22. Mai 2012 um 19:22 Uhr

Christen wandern für evangelische Schulen durch die Sächsische Schweiz - ohne Essen

Die drei Fastenwanderer im Interesse evangelischer Schulen (v. I.): Sven Fischer, Jana Wilhelm und Johannes Wilhelm. Foto: privat„Anders Wege gehen“ - unter diesem Motto waren Ende April drei Wanderer in der Sächsischen Schweiz auf ungewöhnlichen Pfaden unterwegs. Sechs Tage lang liefen Sven Fischer und das Ehepaar Jana und Johannes Wilhelm 150 Kilometer über Stock und Stein auf dem Malerweg im Elbsandsteingebirge - und fasteten dabei.

„Wir wollten die Freien Evangelischen Schulen in Schweta, Naundorf und Riesa bekannt machen. Wir gehen in diesen Schulen andere Wege, und genau das haben wir symbolisiert“, sagt Sven Fischer aus Wellerswalde bei Oschatz, der die Idee zu dem Projekt hatte. Täglich wanderten sie zehn bis zwölf Stunden, übernachteten im Freien und verzichteten auf feste Nahrung.

Die gemeinsame Fastenwanderung sei ein besonderes Erlebnis gewesen, sagt auch Johannes Wilhelm aus Eichardt bei Großweitzschen. „Wir gehen auch privat einige Wege anders, zum Beispiel, indem wir uns im Umweltschutz engagieren“, berichtet er.

Seiner Meinung nach müssten die staatlichen Schulen reformiert werden. Statt immer mehr Elektronik in die Klassenzimmer zu bringen, könne man lieber gemeinsame Wanderungen veranstalten, die den Kindern ein intensives Gemeinschaftserlebnis verschafften, meint er. Genau so habe er es auch auf der Fastentour erlebt, denn neben seiner Ehefrau seien auch zwei seiner fünf Kinder einen Tag lang mitgelaufen.

Sven Fischer führte die kleine Gruppe mit seinen Kenntnissen übers Fasten und die Sächsische Schweiz sicher durch die anstrengenden Tage.

Ursprünglich sollten auch Vertreter der Riesaer Freien Evangelischen Schulen mitkommen, aber das wurde bei der Premiere noch nichts. Man wolle aber in Kontakt bleiben und sich für das nächste Jahr wieder etwas Neues ausdenken, sagt Sven Fischer, der durch diese Aktion knapp 1000 Euro Spenden für die Schulen in Schweta und Naundorf gesammelt hat. Von der Resonanz in den Medien verspricht er sich nicht zuletzt mehr Schüler-Anmeldungen.

Unterwegs habe man viele Leute getroffen, die sich für die scheinbar unmögliche Aktion interessiert hätten. Bei den Gesprächen sei es immer wieder auch um die alternative Schulform gegangen. Auf einigen Etappen sind Eltern, Lehrer und Schüler der Schulen mitgelaufen.

Nebenbei sei auch eine andere Form des Unterrichts möglich gewesen. „Wir haben uns mit den Kindern auch übers Fasten unterhalten. Sie sind an ihre Grenzen gegangen und haben sich gegenseitig geholfen, wenn einer nicht mehr weiter konnte“, so Sven Fischer, der glücklich ist, die Strapazen der Fastenwanderung überstanden zu haben.

Text:Thomas Barth
Foto: Privat
Quelle: Der Sonntag 06.05.2012