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Donnerstag, den 25. Oktober 2012 um 17:53 Uhr

Mittelschulen in Mügeln und Naundorf setzen bei Berufsorientierung auf Kooperation mit Wirtschaft

In der Freien Evangelischen Werkschule Naundorf präsentieren diverse Berufsfelder ihre Ausbildungsmöglichkeiten in der Region. Foto: Dirk Hunger Mügeln/Naundorf. Fachkräfte wachsen nicht auf Bäumen. Die ausbildenden Firmen der Region suchen händeringend Nachwuchs und nutzen deshalb verstärkt Ausbildungsmessen, wie sie in dieser Woche an zwei Mittelschulen der Region stattfanden.

Ein kleines Jubiläum erlebte gestern die Mittelschule Mügeln. Dort fand die 5. Ausbildungsmesse mit über 30 Firmen und weiteren Partnern statt. Berufsorientierung beginnt in der Goetheschule in Klasse 7 mit dem Berufswahlpass. Diesen stellten die Lehrkräfte Holger Kietzmann und Karla Fischer den Schülern vor. Hier wird bis Klasse 10 alles zusammengetragen, von der Potenzialanalyse, die Ziele, Anforderungen und Voraussetzungen in der Berufsorientierung vereint, über besondere Leistungen bis hin zu Praktikumseinschätzungen.

Engagierte Lehrerschaft in der Goetheschule Mügeln: Holger Kietzmann und Karla Fischer ebnen den Jungen und Mädchen der Klassenstufe 7 den Weg zum eigenen Berufswahlpass. Foto: Sven Bartsch Zu den Firmen, die der Mügelner Ausbildungsmesse von Anfang an die Treue halten, gehört der Wasserversorger Oewa mit Sitz in Dübeln. „Im kommenden Jahr haben wie das Ziel, einen Mechatroniker und jeweils zwei Fachkräfte für Wasserversorgungstechnik und Abwassertechnik auszubilden", sagt Uwe Merkel vom Unternehmen. Auch Praktika, egal ob in der Schulzeit oder während der Ferien, sind bei der Oewa möglich. Dass die Berufsmesse in Mügeln bereits Tradition hat, liege laut Merkel an der Vielzahl der Angebote und der engagierten Lehrerschaft. „Hier greifen alle Zahnräder ineinander, auch wenn sie noch so klein sind", lobte er.

Mit Partnern wie dem Beruflichen Schulzentrum, der Sparkasse Dübeln oder der Qualifizierungszentrum Region Riesa GmbH ermöglichte die Goetheschule auch dieses Jahr allen Jahrgängen praktische Workshops, ehe sie mit den Firmen ins Gespräch kamen. Dort werden in wenigen Minuten die wichtigsten Kniffe für Bewerbungsmappen, Vorstellungsgespräche und Umgangsformen im Ausbildungsalltag vermittelt. Neuntklässlerin Nicole Miersch möchte später im medizinischen oder sozialen Bereich arbeiten. Die Mügelnerin nutzte vor allem den Workshop zur Online-Bewerbung für sich, um sich darüber zu informieren, welche Formalien bei der Jobsuche via Internet zu beachten sind.

In der Evangelischen Werkschule präsentierten sich am Donnerstag 18 Unternehmen und Institutionen, darunter die Diakonie Leipziger Land und die Bundeswehr. „Wir freuen uns, den Verein Arbeit und Leben als Partner gewonnen zu haben, denn allein könnten wir eine solche Messe nicht schultern", sagte Schulleiterin Ruth Möbius. Sie drückte den Werkschülern einen Fragebogen in die Hand, der später im Unterricht ausgewertet wird. Mit deren Hilfe erstellen sie ein Profil für drei Unternehmen.

Nicht alle Schüler konnten das Angebot nutzen, weil das Einzugsgebiet der alternativen Mittelschule groß ist. Vorrangig richtete sich die Premiere an Jungen und Mädchen ab Klasse 8. Die Jüngeren nutzten den Nachmittag, um nach Praktika Ausschau zu halten. Der Ausbildungstag ist ein Test, ergänzt die bisherigen Angebote zur Berufsorientierung. Neben Betriebserkundungen und Praktika gehören dazu Vorträge von Unternehmensvertretern im Rahmen des Unterrichts. Überrascht zeigten sich die Initiatoren, zu denen Peggy Bulander vom Verein Arbeit und Leben gehört, vom Interesse der Firmen an künftigen Auszubildenden von der Werkschule. „Das Gros der Schüler, die im kommenden Jahr die 10. Klasse abschließen, hat sich praktisch orientiert, nur ein geringer Teil möchte weiter führende Schulen besuchen", erklärte Ruth Möbius. Die Zusammenarbeit mit dem Verein Arbeit und Leben Sachsen soll bestehen bleiben. Deren Projekt „Jobstarter" richtet sich an Unternehmen, die Nachwuchs aus der Region suchen, als auch an Schüler, die auf der Suche nach einer Ausbildung in der Heimat sind.

Text: Christian Kunze
Foto: Dirk Hunger und Sven Bartsch

Quelle: Oschatzer Allgemeine Zeitung 13.10.2012