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Rückkehr zur Märchentradition Drucken E-Mail
Mittwoch, den 19. Dezember 2012 um 17:58 Uhr

Evangelische Werkschule Naundorf zeigt morgen "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel" in der Turnhalle

Theaterpädagogin Jacqueline Jentzsch (rechts) und ihre Darstellerinnen und Darsteller stecken mitten in den Vorbereitungen für das diesjährige Naundorfer Weihnachtsmärchen. Mit acht Jungschauspielern und noch mehr Schülerinnen und Schülern, die hinter den Kulissen agieren setzen sie morgen klassischen Märchenstoff in Szene. Foto: Sven BartschNaundorf. "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel" ist einer der bekanntesten Märchenfilme. Er entstand 1973 unter der Regie von Václav Vorlíek. Der Film ist seit Jahren Bestandteil im Weihnachtsprogramm der öffentlich-rechtlichen Sender und gilt inzwischen als Festtags-Kultfilm. Genau den haben sich die Naundorfer Werkschüler für ihr Theaterprojekt dieses Jahr ausgesucht. Und wer die Truppe um die freie Theaterpädagogin Jacqueline Jentzsch kennt, weiß, dass es eine traditionelle, aber doch ganz eigene Naundorfer Fassung geben wird.

Heidi Streubel fegt lustlos den Boden der Naundorfer Turnhalle mit einem Reisigbesen. Die Oetzscherin spielt die Titelrolle im diesjährigen Weihnachtsstück der Evangelischen Werkschule Naundorf. Nach einem "Experiment" im vergangenen Jahr mit zwei Inszenierungen die modern, aber kaum bekannt waren, kehren die Akteure dieses Jahr zu einem echten Klassiker zurück: "Die Naundorfer mögen traditionelle Stücke und bekommen in diesem Jahr auch wieder eines", sagt Jacqueline Jentzsch. Die freie Theaterpädagogin leitet die Arbeit der 19 Schülerinnen und Schüler, die "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel" morgen auf die Bühne bringen werden. Besonders spannend ist es auch für Jentzsch in diesem Jahr, weil ein großer Teil der Schüler erstmals mit ihr zusammenarbeitet. Als Bindeglied zwischen der Schulleitung und Jacqueline Jentzsch fungiert Lehrerin Heike Bollmann.

Eine Spezialität der Evangelischen Werkschule in Naundorf ist alle Jahre, dass das Theaterprojekt als Teil des Lehrplans absolviert wird. Schauspiel, Kulisse und Technik sind von den Schülerinnen und Schülern in Gruppenarbeit selbst vorbereitet. Etwa ein Drittel aller Schüler ist seit Montag in einer geschlossen Themenwoche in der Turnhalle am Werk. Dazu gehört auch die Auswertung der Aufführung im Nachhinein.

In enger Zusammenarbeit mit dem Werkschulverein, der dem Theater-Team unter anderem die notwendige Technik bereit stellt und die Öffentlichkeitsarbeit koordiniert, agieren die Schüler weitestgehend selbstständig. Es werden Kabel verlegt, eifrige Näherinnen sitzen am Boden über den Kostümen, dazwischen murmeln Schauspielerinnen und Schauspieler ihre Textpassagen. Die selbst gebauten Kulissen, darunter ein Thron und ein Wasserbrunnen, werden zurechtgerückt. Angefertigt haben sie die "Frischlinge" der Klassenstufen 5 und 6 unter Anleitung eines Tischlermeisters. Mit der Technik sind dagegen "Alte Hasen" der 9. und 10. Klasse vertraut. Hinter der Bühne reihen sich an Garderoben die Kostüme aneinander. Die Kleiderhaken sind mit Namensschildern der Akteure versehen, fast wie im großen Theater.

"Drei Haselnüsse für Aschenbrödel": morgen ab 9.30 Uhr in der Turnhalle Naundorf. Eingeladen sind am Vormittag vor allem die Kindertagesstätten und Grundschulen der Region. Um 17 Uhr findet eine weitere Aufführung für alle, die dann erst Zeit haben, statt.

Text: Christian Kunze
Foto: Sven Bartsch
Quelle: Oschatzer Allgemeine Zeitung 19.12.2012