Startseite Presse 2012 Naundorfer Märchenprinz mit gebrochener Zehe auf Brautschau
Naundorfer Märchenprinz mit gebrochener Zehe auf Brautschau Drucken E-Mail
Freitag, den 21. Dezember 2012 um 15:03 Uhr

Drei Haselnüsse für Aschenbrödel: Klassiker aus Tschechien steht Pate für diesjähriges Weihnachtsstück der Evangelischen Werkschule

Eingebildete Stiefmutter, zänkische Schwestern und schöne Prinzen: Die „Aschenbrödel“-Inszenierung der Evangelischen Werkschule Naundorf bietet in diesem Jahr wieder Märchenstoff aus dem Bilderbuch. Foto: Sven BartschNaundorf. Mit gebrochener Zehe bittet der Prinz zum Tanz: Darsteller Max Kullmann ließ sich trotz folgenschweren Unfalls nicht vom Mitspielen beim diesjährigen Naundorfer Weihnachtsmärchen abhalten. Ansonsten hätte Aschenbrödel in der Inszenierung der Freien Evangelischen Werkschule mit einem Kerzenhalter tanzen müssen. Dies wiederum tat Carmen Schneider in der Rolle als gehässige Stiefschwester. Man merkt bereits an diesem Detail: Das Stück, das gestern in der Turnhalle aufgeführt wurde, ist zwar, passend zum 200-jährigen Jubiläum der Grimmschen Geschichtensammlung, ganz traditionell gehalten. Dennoch schrecken die Schauspieler und Regisseure nicht vor eigenen witzigen Einfällen zurück, um ihr Publikum zu unterhalten. Gekommen waren am Vormittag die Jungen und Mädchen der Grundschule "Schlossschule" in Hof und die Steppkes aus den Kindertagesstätten Naundorf und Gastewitz.

Während auf der Bühne überwiegend Mädchen agierten, rückten die Jungs des Technik-Teams die Darsteller ins richtige Licht und gaben den Ton an. Zwar versagten die Mikrofone bei der Premiere des Öfteren den Dienst. Der Spielfreude der Akteure und der Begeisterung der Zuschauer tat dies jedoch keinen Abbruch. Neugierig recken die Grundschüler ihre Köpfe gen Wasserbrunnen, wenn auf der zweiten Minibühne davor Aschenbrödel drei Wünsche erfüllt werden. Diese werden nicht nur im Märchen wahr, sondern auch in Naundorf: Nachdem die modernen Stücke im vergangenen Jahr nicht jedermanns Sache waren, gab es wieder traditionelle Kost, die jedes Kind kennt. Tribut zollen die Werkschüler dem Original-Märchenfilm unter anderem mit der Musikauswahl, die übernommen wurde.

Neben den jungen Frauen, die in ihrem feinsten Zwirn und edlen Schuhen begeistern, bleibt vor allem der König in Erinnerung: Darsteller Moritz Brüggemann ist der kleinste aller Jungschauspieler, beweist aber, dass es auf Größe in seiner Rolle nicht ankommt. Erfahrene Mitglieder der Naundorfer Theatergruppe wie Rahel Knittel und Carmen Schneider harmonieren auf der Bühne mit den Neuzugängen, die das erste Mal im Rampenlicht stehen - ein Zeichen dafür, dass sie sich auch hinter den Kulissen gut verstehen.

Belohnt wurde die Mühe in diesem Jahr - wie passend - mit einem Sack Nüsse für die Theatermacher sowie einer Spende des Heimatvereines Naundorf in Höhe von 250 Euro.

Text: Christian Kunze
Foto: Sven Bartsch
Quelle: Oschatzer Allgemeine Zeitung 21.12.2012