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Trägerschaft für Werkschule abgelehnt Drucken E-Mail
Freitag, den 19. April 2013 um 13:22 Uhr

Stefanie Schwaiger vom Evangelischen Schulverein Apfelbaum erläutert Gründe

Stefanie Schwaiger - Foto: Sven BartschDie Erhaltung der Evangelischen Werkschule Naundorf würde sich Stefanie Schwaiger, Vorsitzende des Evangelischen Schulvereines Apfelbaum sehr wünschen (wir berichteten gestern). Aber von einer Übernahme der Trägerschaft hält sie nichts. "Wir sind gefragt worden, ob wir die Trägerschaft übernehmen würden und haben das klar abgelehnt. Es sind so viele ‚Baustellen‘, die bearbeitet werden müssten, um eine Chance zu haben, dass die Schule weiterläuft. Außerdem müssten wir so viel Geld hineinstecken, so dass der Apfelbaumverein dann in zwei bis drei Jahren vielleicht pleite wäre", spricht die Mügelnerin Klartext. Priorität habe der Erhalt der Apfelbaumschule und das sei auch Vorstandsbeschluss.

"In der öffentlichen Wahrnehmung werden wir immer in einen Topf geworfen. Viele Menschen unterscheiden nicht, dass es zwei verschiedene Träger gibt, was die Werkschule und die Apfelbaumschule betrifft. Das sind zwei paar Schuhe", verdeutlicht Schwaiger und fügt hinzu: "Negative Auswirkungen auf unsere Schule befürchte ich nicht, weil wir unabhängig sind. Wir als Apfelbaumverein sind selbst Träger, machen alles vor Ort, tragen das Risiko und haben es selbst in der Hand." Dadurch werde auch ein Verlust an Informationen durch zusätzliche Wege zu einem anderen Träger vermieden. Unter den Mantel der Diakonie zu kriechen, sei für Schweta nie infrage gekommen. "Da haben wir uns konsequent geweigert."

Zur Strategie der Apfelbaumschule gehöre, dass alle Schüler nach Abschluss der vierten Klasse und entsprechend ihrer Bildungsempfehlung in jeder weiterbildenden Schule zurecht kommen, in einer evangelischen Schule genauso wie in einer staatlichen Mittelschule oder am Gymnasium.

Ein gemeinsames Problem von christlichen Schulen möchte die Vereinschefin aber nicht unerwähnt lassen: "Unsere Region ist ein ausgesprochen problematisches Pflaster für evangelische Schulen. Das trifft für Naundorf genauso wie für uns zu. Aufgrund der Strukturschwäche und der dünnen Besiedlung, verbunden mit wenig Kirchenbindung, reduziert sich das Klientel."

Der Vorteil gegenüber der Naundorfer Schule: Grundschulen seien nicht so kostenintensiv wie Mittelschulen. "Wir können mit weniger Schülern und Lehrern auskommen. Es sind einfach die strukturellen Voraussetzungen, die nicht optimal sind, um eine Mittelschule zu führen."

Text: Heinz Großnick
Foto: Sven Bartsch

Quelle: Oschatzer Allgemeine Zeitung 19.04.2013