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Samstag, den 20. April 2013 um 00:00 Uhr

Florian Wittwer wirbt morgen bei Leipzig-Marathon für Erhalt der Bildungseinrichtung

Florian Wittwer startet morgen in LeipzigDahlen/Leipzig. Für ihn ist es die läuferische Taufe, für die Einrichtung eine wichtige Werbung - der Dahlener Florian Wittwer läuft morgen beim Leipzig-Marathon für die Werkschule Naundorf. Der 21-jährige Student will damit seine Kondition testen und ein Signal für Alternativen in der Schullandschaft setzen.

Wittwer ist trotz des Studiums der Politikwissenschaft in Chemnitz immer noch in der Region verwurzelt. Über den Lampertswalder Pfarrer Markus Gnaudschun und die Familie Turowski vom Burgcafé erfuhr er von den Schwierigkeiten der Werkschule: Da sich deren Träger zurückzieht, steht die Zukunft der Einrichtung auf der Kippe, vor allem finanziell wird es eng für die evangelische Schule (wir berichteten). Förderverein, Eltern und Schüler wollen allerdings für den Erhalt kämpfen. So wie Markus Gnaudschun. Der Lampertswalder Pfarrer schickt seit diesem Schuljahr seinen Sohn Aaron nach Naundorf und nennt die Alternative im Mittelschulbereich "eine klasse Sache". Aaron wolle unbedingt weiter dort unterrichtet werden, weil ihm das soziale Klima, das Lernkonzept und der Umgang zwischen Lehrern und Schülern so gefallen. "Kreativität steht hier hoch im Kurs", hat Gnaudschun beobachtet, "hier können sich Schüler auf einem anderen Weg zu sozial kompetenten, an selbstständiges Arbeit gewöhnte, kreative Persönlichkeiten entwickeln."

Das will morgen auch Florian Wittwer unterstützen. "Als ich gefragt wurde, ob ich beim Lauf dafür Werbung machen möchte, habe ich spontan zugesagt." Deshalb werde er, wenn er morgen in Leipzig über die Zehn-Kilometer-Distanz an den Start geht, ein T-Shirt der Werkschule Naundorf tragen. "Ich finde es wichtig, dass es Alternativen zum normalen Schulsystem gibt und dort Kinder mit einem anderen Ansatz unterrichtet werden", so der Dahlener. Familien sollten auch im ländlichen Raum die Wahl haben, wie ihre Kinder bis zum Schulabschluss lernen können.

Für ihn sei die Teilnahme am Leipzig-Marathon eine Premiere, denn bisher sei er bei so großen Laufveranstaltungen noch nicht vertreten gewesen. "Ich habe auch erst vor einem halben Jahr angefangen, zu laufen. Durch den langen Winter bin ich weniger als gewollt zum Training gekommen", räumt Florian Wittwer ein: "Da ist alles ein bisschen ins Stocken geraten."

Dennoch freue er sich auf den Start in Leipzig. Jede Zeit unter 55 Minuten "wäre super", so der Student. Nach erfolgreich absolviertem Lauf wolle er dieses Jahr auch noch in Chemnitz starten.

Text: Jana Brechlin
Foto: Michael Wittwer
Quelle: Oschatzer Allgemeine Zeitung 20.04.2013