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Donnerstag, den 04. Juli 2013 um 17:12 Uhr

Gemeinde und Schulverein im Dialog / Weitere Nutzung des Gebäudes an Auflagen gebunden / Neue Schulverträge erarbeitet

Werben beim Benefizkonzert für Spenden: Werkschulvereins-Vorsitzende Uta Riese (links), Stellvertreterin Elisabeth Däbritz und Stefan Letsch, Verantwortlicher für Baufragen im Vorstand. Beim Konzert kamen 1120 Euro zusammen, insgesamt wurden auf dem Spenden-Konto "Aufbruch Schule" bis gestern 6275,32 Euro eingezahlt. Foto: Sven BartschNaundorf. Wie geht es im August weiter mit der Freien Evangelischen Werkschule? Diese Frage beschäftigt derzeit den Werkschulverein, die Gemeinde Naundorf, Eltern, Schüler und Lehrer. Am 31. Juli gibt der bisherige Schulträger, die Evangelische gemeinnützige Gesellschaft für Bildungs- und Sozialprojekte (EBS), diese Aufgabe ab. Das Ziel des Vereins, die Schule in eigener Trägerschaft weiter zu führen, ist mit finanziellen, pädagogischen und baurechtlichen Auflagen verbunden.

Zur jüngsten Gemeinderatssitzung bekräftigten Verwaltung und Rat, die Aktivitäten zum Erhalt des Schulbetriebs zu unterstützen. Die notwendigen Räume und das dazugehörige Inventar sollen dem Verein, teils durch Übereignung, teils durch Miete, zur Verfügung gestellt werden, heißt es in einer Erklärung.

Wichtige Aufgabe des Vereins ist die Erfüllung baulicher Auflagen des Brandschutzes am Schulgebäude. So müssen eine Nottreppe installiert und Fluchtwege geschaffen werden, erklärte Vereinsvorsitzende Uta Riese auf OAZ-Nachfrage. Diese Auflagen stammen noch vom bisherigen Träger, der EBS, und sind nur durch einen Kredit finanzierbar. Deshalb habe man die Gemeinde um Unterstützung gebeten. "Ob der Kredit gewährt werden kann, entscheidet sich nach einer Begehung mit Vereinsvertretern, der Gemeindeverwaltung und der Bank", so Riese. Einen Termin dafür nannte sie nicht.

Eine weitere Bedingung für den reibungslosen Schulbetrieb ist die staatliche Anerkennung der Schule. "Diese muss dem Verein von der Bildungsagentur übertragen werden", sagte Uta Riese. Daran seien laut Aussage der Bildungsagentur aber Bedingungen geknüpft, etwa, dass das Schulkonzept im Wesentlichen unverändert bleibt (wir berichteten). Ausschlaggebend für einen wirtschaftlichen Schulbetrieb sind zudem die Schülerzahlen. Gegenwärtig besuchen 77 Jungen und Mädchen die Schule, der erste Absolventenjahrgang erhält am kommenden Mittwoch die Abschluss-Zeugnisse. "Sinnvoll ist die Aufrechterhaltung nur dann, wenn wir den Trägerwechsel mit mindestens 50 Schülern vollziehen können. Unser Ziel ist es, perspektivisch eine Klassenstärke von 23 Kindern zu erreichen ", erklärte Riese. Genaue Angaben zu Schülerzahlen ab kommendem Schuljahr konnte sie gestern noch nicht machen.

Ob beispielsweise ein Mietvertrag zwischen dem Verein und der Gemeinde als Sicherheit für die Bank zur Kreditgewährung ausreicht, ist fraglich. Diese Möglichkeit unterbreitete Bürgermeister Michael Reinhardt zur öffentlichen Ratssitzung als "Zwischenlösung". Konkrete Vereinbarungen sind jedoch bisher nicht getroffen.
Indes hat der Verein neue Schulverträge ausgearbeitet. Darin ist festgelegt, dass ein Elternteil bei Anmeldung des Kindes in Naundorf Mitglied wird. "Auch andere Familienmitglieder können dem Verein beitreten", so Riese. Sie betonte, dass aus der Krise, die die Schulgemeinschaft nach dem Rückzug des Trägers erlebte, neue Kontakte und Chancen entstanden. So können nun Mitglieder im Trägerverein anders als bisher, das Schulleben stärker mitgestalten. Auch die Zusammenarbeit mit Gemeinde und Gemeinderat wurde intensiviert. Bisher habe der Kontakt dorthin vor allem über die EBS bestanden.

Text: Christian Kunze
Foto: Sven Bartsch
Quelle: Oschatzer Allgemeine Zeitung 04.07.2013