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Donnerstag, den 09. Januar 2014 um 20:23 Uhr

Träger freier Schulen der Region reagieren wohlwollend auf Finanzierungspläne des Kultus

Sowohl für die Apfelbaumschule Schweta (links) als auch die Werkschule Naundorf (rechts) gibt es positive Zeichen: Kultusministerin Brunhild Kurth (CDU) stellt schon vor Inkrafttreten des neuen Gesetzes zur Finanzierung freier Schulen ab 2015 einen ersten Ausgleich in Aussicht. Davon könnten beide Häuser bereits im Frühjahr profitieren. Montage: Sven BartschSchweta/Naundorf. Freie und private Schulen sollen in Sachsen nicht mehr finanziell benachteiligt bleiben und noch in diesem Jahr stärker unterstützt werden. Darüber einigten sich Kultusministerin Brunhild Kurth (CDU) und Schulträger (wir berichteten gestern). In der Region fällt Betroffenen ein Stein vom Herzen. Die OAZ erkundigte sich bei Stefanie Schwaiger von der Apfelbaumschule Schweta und Uta Riese von der Evangelischen Werkschule Naundorf, was sie von den jüngsten Ankündigungen erwarten.

"Grundsätzlich bin ich sehr froh darüber, dass sich jetzt wirklich etwas tut und im Landtag eine erstaunliche Einigkeit in allen Fraktionen herrscht", sagt Stefanie Schwaiger, Vorsitzende des Evangelischen Schulvereines Apfelbaum. Als "besonders spannend" bezeichnet sie die Tatsache, dass von Seiten der FDP eine Kehrtwende vollzogen worden sei. "Alle Fraktionen haben erkannt, dass etwas getan werden muss und man sowieso nicht aus der Nummer herauskommt." Bezüglich der angekündigten Übergangslösung ist die Mügelnerin "wahnsinnig froh", dass es im Frühjahr bereits mehr Geld geben soll.

Das Ergebnis sei aber auch den Verbänden und Schulen zu verdanken, die im Vorfeld sehr viel Lobbyarbeit geleistet hätten. "Wir haben sowohl mit Herrn Kupfer als auch Frau Deicke intensive Gespräche geführt", nennt die Vereinschefin Beispiele. "Ich bin aber vorsichtig optimistisch und erwarte keine Wunder. Wenn sich Frau Kurth auf den Kopf stellt und mit den Füßen wackelt, wird das Finanzminister Unland nur ein mildes Lächeln kosten", möchte Schwaiger ihre Befürchtungen aber nicht verschweigen.

Mehr Geld würde sich nach ihrer Ansicht positiv auf die Wettbewerbsfähigkeit der Schule auswirken. "Wir hätten dann natürlich bei der Einstellung von Lehrern bessere Karten." Und: Sollte das Verfassungsgerichtsurteil umgesetzt werden, würde dies auch bedeuten, dass die Schulen künftig auf das Schulgeld verzichten könnten. "Damit hätten wir wesentlich bessere Voraussetzungen, was die Akquise von Schülern betrifft."

Zwar habe die Apfelbaumschule derzeit genügend Schüler, doch demnächst würden sich wieder die geburtenschwachen Jahrgänge auswirken. "Das Schulgeld verhindert außerdem, dass sich viele Familien überhaupt mit dem Gedanken tragen, ihre Kinder in freie Schulen zu schicken", weiß Stefanie Schwaiger.

Auch Uta Riese hat den Vorstoß des Kultusministeriums "wohlwollend zur Kenntnis genommen", sagte sie gestern der Oschatzer Allgemeinen. Bei der Vorsitzenden des Trägervereines der Freien Evangelischen Werkschule Naundorf überwiegt die Freude. Die Aussicht auf knapp ein Drittel mehr Förderung als bisher erachtet sie als "wunderbar". Gleichwohl hofft sie, dass man sich in Dresden an die Versprechungen hält und den Worten bald Taten folgen lässt. Eine gewisse Skepsis bleibe also bei ihr bestehen. "Wir sind auf diesen Ausgleich dringend angewiesen", betont sie. In der Ausstattung der Werkschule mangele es an vielen Stellen. Allen voran der Chemie- und Informatik-Unterricht würden von besseren finanziellen Voraussetzungen profitieren. Investitionen in Sach- und Lehrmittel hätten Priorität.

Den möglichen Wegfall des Schulgeldes nach dem Inkrafttreten des neuen Gesetzes erachtet sie als "schöne Vision". Für das Team der Werkschule sei jedoch eine reibungslosere Organisation des Schülerverkehrs das dringlichere Problem, ergänzte Uta Riese.Sowohl für die Apfelbaumschule Schweta (links) als auch die Werkschule Naundorf (rechts) gibt es positive Zeichen: Kultusministerin Brunhild Kurth (CDU) stellt schon vor Inkrafttreten des neuen Gesetzes zur Finanzierung freier Schulen ab 2015 einen ersten Ausgleich in Aussicht. Davon könnten beide Häuser bereits im Frühjahr profitieren.

Text: Heinz Großnick und Christian Kunze
Montage: Sven Bartsch
Quelle: Oschatzer Allgemeine Zeitung 09.01.2014