Startseite Presse 2014 "Wir bringen besondere Farbe in die Schullandschaft"
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Donnerstag, den 16. Januar 2014 um 17:57 Uhr

Es ist Schulwahlzeit: Die Leiterin der Evangelischen Werkschule Naundorf Angelika Gollmer im Interview / Am Sonnabend Tag der offenen Tür

Angelika Gollmer - Foto: Sven BartschDie Viertklässler der Region müssen bald mit ihren Eltern entscheiden, wo sie ihre Schulbildung fortsetzen wollen. Freie Schulen wie die Evangelische Werkschule Naundorf erweitern die Möglichkeiten. Am Sonnabend lädt die Einrichtung zu einem Tag der offenen Tür ein. OAZ sprach mit Schulleiterin Angelika Gollmer.

Frage: Was unterscheidet die Werkschule von staatlichen Schulen?
Angelika Gollmer: Alle Eltern wünschen sich, dass ihr Kind gut auf das Leben vorbereitet wird, seine Möglichkeiten optimal nutzen kann, und sich wohl fühlt. Die Evangelische Werkschule Naundorf bringt als staatlich anerkannte Ersatzschule eine besondere Farbe in die regionale Oberschullandschaft. Schule in freier Trägerschaft bedeutet für uns, unser gesamtes Wirken dafür einzusetzen, dass die schulische Ausbildung dort verändert wird, wo sie zum Wohl der Kinder anders sein sollte.


Wen meinen Sie mit "uns"?
Wir, das ist der Werkschulverein der Evangelischen Werkschule Naundorf, der zugleich der Träger der Schule ist. Eltern haben als Mitglieder die Möglichkeit, unmittelbar auf das Geschehen in der Schule demokratisch Einfluss zu nehmen und es zu unterstützen.

Außenstehende sehen in der geringen Schülerzahl ein Problem, den Betrieb auf Dauer aufrechtzuerhalten...
Sie finden uns in einer ländlich-idyllischen Lage, die den Schülern beste Voraussetzungen für ein Wohlfühl-Klima und stressfreies Lernen bietet. Durch die überschaubare Größe der Schule mit reichlich 50 Kindern und sehr gut qualifiziertes Personal ist es möglich, individuell auf jeden Schüler einzugehen, seine Besonderheiten und Möglichkeiten zu berücksichtigen und besondere Talente zu fördern.

Wie sieht das in der Praxis aus?
Unser Anspruch ist, Pädagogik als partnerschaftliches Miteinander zu leben. Die ganzheitlichen, fächerübergreifenden Methoden ermöglichen lebendigen, bewegten und bewegenden Unterricht. Lehrerinnen und Lehrer wirken mittendrin - mit Freude, Kreativität und Fantasie - als Lehrende und Lernbegleiter für das selbstständige Suchen nach Problemlösungen.

Welchen Stellenwert hat die Berufsorientierung in der Werkschule?
Die Schüler werden durch umfangreiche Praktika, Schülerprojekte und das Ganztagsangebot zielgerichtet mit dem Berufsleben vertraut gemacht und auf ihre eigene Berufswahl vorbereitet.

Die Schule führt das Wort "evangelisch" im Namen. Welche Rolle spielt Religion im Schulalltag?
Das Schulkonzept lebt und ist ein demokratisches Miteinander von Pädagogen, Schülern, Eltern und Träger. Evangelium heißt "Gute Botschaft" - das bedeutet für uns eine Schule mit Inhalten, die gut auf das Leben vorbereiten. Dabei stehen christliche Werte im Vordergrund.


Wie begegnen Sie und ihre Kollegen der Konfliktbewältigung?
Wir nehmen uns Zeit für die Gemeinsamkeit, legen Wert auf kameradschaftliches und rücksichtsvolles Miteinander und lösen unsere Konflikte ohne Gewalt. Die Schüler lernen in altersübergreifenden Gruppen, sich gegenseitig zu unterstützen und Konflikte gewaltfrei zu lösen. Lernen muss ohne Angst möglich sein und den Forschungsdrang, die Neugierde und Selbstständigkeit der Kinder unterstützen. Wir laden alle Eltern und Schüler ein, sich ein Bild von unserer Schule zu machen.

Tag der offenen Tür am Sonnabend, dem 18. Januar, von 10 bis 13 Uhr, Mügelner Straße 8, in Naundorf. Schulkonzept, Schulordnung, und weitere Informationen zu Träger und Schule auf der Internetseite www.evangelische-werkschule-naundorf.de

Fragen: Christian Kunze
Foto: Sven Bartsch
Quelle: Oschatzer Allgemeine Zeitung 16.01.2014