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Montag, den 20. Januar 2014 um 17:36 Uhr

Werkschule Naundorf informiert beim Tag der offenen Tür über Neuigkeiten im Schulkonzept

Vorführungen im Chemie-Raum. Beim Tag der offenen Tür in der Werkschule Naundorf konnten Eltern und Kinder nicht nur viel über das Schulkonzept hören, sondern sich auch in den Klassenzimmern ein Bild vom Unterricht machen. Foto: Sven BartschViele Familien nehmen die Schulwahl für ihre Kinder nicht auf die leichte Schulter. "Welche Schule ist für mein Kind die Beste?" vor dieser Frage stehen viele Eltern. Um sich zu informieren, werden an vielen Freien Schulen Tage der offenen Tür eingerichtet. So auch an diesem Wochenende an der Werkschule in Naundorf. Hier gab es wichtige Einblicke in das Schulkonzept.

Reinhard Köhler und sein Sohn Florian sind aus dem rund 25 Kilometer entfernten Bockwitz bei Belgern nach Naundorf gekommen, um die Werkschule unter die Lupe zu nehmen. "Florian besucht die 4. Klasse der Apfelbaum-Grundschule in Schweta und möchte im kommenden Schuljahr weiter an einer freien Schule lernen", sagt der Vater. Mit der Freiarbeit, die wesentlicher Bestandteil an beiden Einrichtungen ist, habe sein Sohn gute Erfahrungen gemacht, so der Vater. "Außerdem finde ich es gut, dass in Naundorf in kleinen Klassen mit weniger als 20 Kindern unterrichtet wird. Da kann der Lehrer wirklich auf jeden eingehen", so der Schüler.

Die geringen Klassenstärken erlauben auch den Lehrern mehr Freiräume. Anja Hoffmann unterrichtet Geschichte und WTH (Wirtschaft - Technik - Hauswirtschaft) und erklärt, wie das in der Praxis aussieht. "In der Öffentlichkeit existiert das Vorurteil, die Schüler seien bei uns vollkommen sich selbst überlassen. Wer das glaubt, irrt", so die Pädagogin.

Seit dem Trägerwechsel herrschen wieder klarere Strukturen im Schulalltag. "Da gibt es Gruppenarbeit, freie Stillarbeit mit Selbstkontrolle und natürlich hin und wieder auch den klassischen Frontalunterricht", so Hoffmann. Denn gerade im Geschichtsunterricht sei es unumgänglich, dass Lehrer Zusammenhänge und Sachverhalte vermitteln und erklären - was jedoch nicht heißt, dass Faktenpauken die Regel ist.

Mit großer Spannung erwarten die Pädagogen und Vereinsmitglieder darüber hinaus die angekündigten finanziellen Mittel des Freistaates, die als Übergangslösung bis zum Inkrafttreten des neuen Privatschulgesetzes 2015 in Aussicht gestellt wurden (wir berichteten). Davon würde auch Cornelia Walter profitieren. Die Fachlehrerin für Biologie und Chemie führte am Sonnabend den Besuchern Experimente im Fachkabinett vor. Die ein oder anderen Eltern dachten dabei an ihre eigene Schulzeit zurück. "So abwegig ist das gar nicht. Denn vieles von dem, was an Ausstattung da ist, stammt mit Sicherheit aus der Zeit, als die Eltern zur Schule gingen", so Walter.

Umfangreich erweitert wurde nach dem Wechsel in Vereinsträgerschaft die Öffentlichkeitsarbeit und Organisation des Schulbetriebs. "Es ging ein Ruck durch die Elternschaft, die jetzt noch mehr mitbestimmen kann als zuvor. Die Arbeit ruht auf viel mehr Schultern als zuvor", sagt Vereinsvorsitzende Uta Riese. Bis auf einen Religionslehrer sind alle Pädagogenstellen besetzt, nun gelte es mit vereinter Kraft die Auflagen des Brandschutzes umzusetzen, wofür kräftig spenden gesammelt wurden. Noch bevor der erste Jahrgang seine Abschlusszeugnisse erhielt, kündigte der ehemalige Träger, die EBS in Grimma, den Rückzug aus dem Projekt an. Dann galt es, innerhalb von drei Monaten einen Wechsel zu organisieren, um den Schulbetrieb aufrecht zu erhalten. "Das war wie Fallschirme nähen, wenn sich das Flugzeug bereits im Absturz befindet", findet der Öffentlichkeitsausschuss einen prägnanten Vergleich im Jahresbrief an alle Mitstreiter der Werkschule.

Unterrichts-Schnupperstunden sind am 6. und 7. Februar. Interessierte Eltern sollten vorher mit der Schule eine Uhrzeit vereinbaren, Sommerfest und Benefizkonzert am 4. Juli auf dem Schulgelände.

Text: Christian Kunze
Foto: Sven Bartsch
Quelle: Oschatzer Allgemeine Zeitung 20.01.2014