Startseite Presse 2014 "Sehr kleiner Tropfen auf sehr heißen Stein"
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Freitag, den 07. März 2014 um 19:35 Uhr

Zuschuss vom Freistaat: Träger freier Schulen der Region sind mit dem zugesagten Geld unzufrieden

Schweta/Naundorf/Zschöllau. Freie Schulen sollen in diesem und im nächsten Jahr mehr Geld erhalten (wir berichteten gestern). Das sei zwar dringend nötig, wie die freien Träger in der Region verdeutlichen, doch von echter Hilfe könne keine Rede sein. Darüber herrscht bei den freien Schulen der Region Einigkeit.

"Für zwei Schuljahre sind das im Schnitt keine 600 Euro pro Jahr. Ich hätte mir als Übergangslösung das Doppelte gewünscht. Das wäre fair gewesen", sagt Stefanie Schwaiger, Vorsitzende des evangelischen Schulvereines Schweta. Sie sei zwar von vornherein nicht optimistisch gewesen, aber nun gebe es noch weniger Geld, als gehofft. Zwar sei die Mitteilung über den Zuschuss von Seiten der Staatsregierung bereits veröffentlicht, allerdings das letzte Wort noch nicht gesprochen. "Heute und morgen wird in den Verbänden darüber beraten, ob zugestimmt wird", so die Vereinschefin. "Meine persönliche Meinung ist, es wird wohl nichts weiter übrig bleiben, als zuzustimmen - allerdings zähneknirschend, weil sich die Landesregierung wahrscheinlich auf die Hinterbeine stellt." Schließlich gebe es keine Pflicht, überhaupt zu zahlen. Schwaiger glaubt, dass die angekündigte Zahlung von 35 Millionen Euro mit den bevorstehenden Landtagswahlen zu tun hat. "Wenn wir ablehnen, kann der Schuss nach hinten losgehen. Lieber den Spatz in der Hand, als die Taube auf dem Dach", sagt sie.

Uta Riese vom Naundorfer Werkschulverein wertet positiv, dass etwas passiert. Verglichen mit den Zuschüssen, die staatliche Schulen bekommen, sei die Unterstützung aber alles andere als gerecht. Zudem werde vorerst nur ein Sachkostenzuschuss gezahlt. Förderung der wesentlich höheren Bau-und Personalkosten sei nicht möglich.

Als "lächerlich" bezeichnet Petra Huhndorf die Zuwendungen. "Wir bekommen im Monat 2000 Euro oder 25 Euro pro Schüler", hat die Leiterin des Privaten Bildungszentrums in Zschöllau ausgerechnet. Die Finanzspritze sei ein "sehr kleiner Tropfen auf einen sehr heißen Stein". In der Mühlberger Straße werden Jugendliche zu Sozialassistenten, Altenpflegern, Erziehern und Heilerziehungspflegern ausgebildet. Die Zuschüsse fließen jedoch nur für die ersten beiden berufsbildenden Zweige. "Für die weiterführenden Ausbildungen gibt es keine Unterstützung", moniert Huhndorf. Von einer wirklichen Gleichbehandlung gegenüber staatlichen Schulen könne keine Rede sein. "Es bleibt das verfassungswidrige Privatschulgesetz, gegen das einige Schulen geklagt hatten. Diese werden nur mit Mitteln bedacht, wenn sie die Klagen zurücknehmen", nennt Petra Huhndorf eine weitere bittere Pille, die einige Träger schlucken müssen.

Text: Heinz Großnick/Christian Kunze
Quelle: Oschatzer Allgemeine Zeitung 07.03.2014