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Generalprobe für künftige Schüler Drucken E-Mail
Samstag, den 31. Januar 2015 um 09:57 Uhr

Evangelische Werkschule lud jetzige Viertklässler zu Schnuppertagen ein

Kennenlernrunde in der Werkschule Naundorf. Foto: Dirk Hunger Schnuppertage für künftige Schüler der Werkschule Naundorf: Was die Mädchen und Jungen an dieser alternativen Bildungseinrichtung erwartet, davon konnten sie sich selbst ein Bild machen. Gestern und vorgestern wurden interessierte Viertklässler in den Unterricht der 5. Klasse integriert und erlebten dort den Schulalltag hautnah mit. "Wir konnten sieben Jungen und sechs Mädchen aus den Gemeinden Naundorf, Wermsdorf, Cavertitz, Hartha und aus der Riesaer Region begrüßen", freute sich Gabriele Schneider, die in Klingenhain zu Hause ist, über die Resonanz. Die 59-Jährige ist Vorstandsmitglied im Trägerverein Evangelische Werkschule.

Die künftigen Fünftklässler sowie eine Teilnehmerin, die bereits die 7. Klasse besucht, hatten zunächst in einer Kennenlernrunde die Gelegenheit, ihre Interessen kund zu tun. "Es sind alles aufgeweckte Kerlchen", stellte Gabriele Schneider wohlwollend fest und erfuhr, dass die meisten Teilnehmerinnen und Teilnehmer am liebsten Sportunterricht haben. So nutzten sie beispielsweise auch die Gelegenheit, Fußball zu spielen. "Das hat die Schüler schon überrascht, dass sie das bereits in der Frühstückspause durften", so Schneider. Doch auch andere Vorteile gegenüber dem Unterricht in einer herkömmlichen staatlichen Schule seien auf positives Echo gestoßen. "Meine Tochter Carmen besuchte zum Beispiel bis zur 10. Klasse die Werkschule und wechselte nach dem Abschluss zum Wirtschaftsgymnasium. Sie sagt, sie weiß zu schätzen, was sie hier hatte. Sie vermisst zum Beispiel das freie Arbeiten, die Mitbestimmung in Schulfragen sowie in Themenfragen", weiß die Klingenhainerin.

In der Evangelischen Werkschule Naundorf werden derzeit 68 Mädchen und Jungen der Klassenstufen 5 bis 10 von 14 fest angestellten Lehrern einschließlich Honorarkräften unterrichtet. Zur Verfügung stehe außerdem stundenweise eine Lerntherapeutin, die sich um Schüler mit nachgewiesener Lernbehinderung kümmere.
Während die meisten Schüler von außerhalb mit Bussen nach Naundorf kommen, gibt es für die Mädchen und Jungen aber auch alternative Möglichkeiten, wenn kein geregelter Schulbusverkehr möglich ist. "Wir haben Schüler aus der Döbelner Region, die mit dem Taxi kommen. Und aus der Wermsdorfer Ecke fährt ein Opa die Kinder zur Schule", nennt Schneider Alternativen. Die Schulleitung kümmere sich gemeinsam mit den Eltern um Lösungen für die Schülerbeförderung.

Text: Heinz Großnick
Quelle:
Oschatzer Allgemeine Zeitung 31.01.2015