Startseite Schüler Kreatives Gestalten in der Werkschule
Kreatives Gestalten in der Werkschule Drucken E-Mail
Freitag, den 09. Mai 2008 um 01:00 Uhr

Kreatives Gestalten war in der Evangelischen Werkschule Naundorf angesagt. Darüber schreibt Raimund Däbritz.

Raimund DäbritzÜber einen längeren Zeitraum haben wir an einem Töpferprojekt gearbeitet. Dazu kam Frau Heber zu uns. Sie war einige Jahre in Brasilien und hat uns viel von dem Land erzählt. In Brasilien hat sie mit dem Töpfern angefangen. Über ihre Töpferarbeiten und Erfahrungen in dem fernen Land hat sie uns berichtet. Dann durften endlich auch wir loslegen.
Zuerst dachten wir, dass Töpfern ganz einfach ist. Das hat jeder schon gemacht und wir wissen, wie es geht. Wir haben uns eine Figur ausgedacht, die jeder für sich modellieren wollte. Manche Schüler haben sich sogar mehrere Figuren ausgedacht. Wir haben die Figuren getöpfert und zum Trocknen ins Regal gestellt. Doch ein paar Tage später kam Frau Heber wieder zu uns und sagte: „Wir polieren heute unsere Figuren mit Steinen und alten Eisenlöffeln, so wie ich es in Brasilien gelernt habe."
Vorsichtig machten wir uns an die Arbeit. Der halbtrockene Ton wurde beim Schmirgeln ganz glatt, so glatt wie Speckstein. Das Getöpferte fasste sich unglaublich gut an, ganz glatt und kalt.

Nun mussten die Formen wieder zum Trocknen ins Regal. Nach zwei Wochen war es Zeit zum Brennen. Dies sollten wir in der Schule machen, ohne Brennofen. Dazu bringt ihr bitte Holzspäne mit", sagte uns Frau Heber. Endlich war es so weit. Holzspäne hatten wir genug mitgebracht. Wir stellten auf eine freie Fläche eine Eisenwanne. Hinein kam eine Schicht Späne. Darauf platzierten wir die trockenen Tonfiguren und Gefäße. In die Gefäße füllten wir auch Holzspäne.
Dann deckten wir alles mit Spänen zu und legten Feueranzünder dazwischen. Nun konnte das Feuer entzündet werden. Wir sahen zu, wie die Späne abbrannten und wärmten uns am Feuer, denn es war ein sehr kalter Tag.
Nachdem das Feuer herunter gebrannt war, nahmen wir die Figuren mit einem Feuerhacken heraus und ließen sie abkühlen. Dann kam der letzte Arbeitsgang.
Wir wuschen unsere Figuren und Gefäße in lauwarmem Wasser mit einem Schwamm vorsichtig ab. Nach dem Trocknen hatten wir unsere Gefäße in der Hand. Sie fühlten sich glatt, fast ein wenig samtig an.
Es war ein tolles Projekt, eine bekannte Arbeit und doch eine für uns ganz neue Technik.

Quelle: Oschatzer Allgemeine Zeitung vom 09.05.2008